Schuld

Schuld

Das Konzept „Schuld“ ist meines Erachtens total daneben.
(-> nicht in der Mitte zu finden)

Was ist schlimmer? Schuld meist im Außen zu finden, bei den Anderen, den Umständen, der schlechten Welt? Oder die Schuld bei sich selber zu sehen?

Leute, die alle Schuld im Außen finden, handeln sich einfach mehr Ärger mit ihrer Umgebung ein, als die, die Schuld immer nur sich selber geben. Letzteres ist eine wichtige Säule unserer Zivilisation und wird gern gesehen.

Wer meint, an allem selber schuld zu sein, kommt denen, die ohne jedes Unrechtsbewusstsein gierig raffen, was sie kriegen können, in der wirklichen Welt nicht in die Quere.

Oh, und dann diejenigen, die wissen, wer schuld ist. Die Ausländer, die Illuminaten, die Radfahrer. Und natürlich ‚die da oben‘.

Wie Volker Pispers gesagt hat: „Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.“

Und wenn irgendwer anders Schuld ist, dann muss man auch keine Verantwortung übernehmen und kann weiter meckern. Oder gewalttätig werden und es den Schweinen mal so richtig zeigen, weil sie’s verdient haben. Sich also mit andern Ausgebeuteten rumstreiten.

Auch das wird sehr gerne gesehen und geschürt, denn auch so kommen wir den Ausbeutern nicht in die Quere.

Und dass das klar ist: Die Ausbeuter sind auch nicht ’schuld‘.
Wenn mir der Kapitalismus stinkt (oh, und das tut er!), dann gibts nur eine Lösung für mich:
Anders konsumieren. Aussteigen. Und das geht einfacher und umfassender als diejenigen auch nur ahnen, die darauf warten, dass erst mal die Umstände sich ändern, bevor wir selber was ändern können/müssen/dürfen.

Hier&Jetzt!