Selbst

Input

Jetzt ist über ein Monat vergangen, und ich hab das Gefühl, ich kann erst sinnvoll weiterbloggen, bis ich erzählt habe, was mir die letzten Wochen die Sprache verschlagen hat.

Ich hab damit gezögert, weils mir bisschen peinlich ist und weil ich auch finde, es ist sehr persönlich, und was muss ich die Leuts damit belämmern, und ich muss ja nicht ALLES erzählen, so interessant ist das ja nun auch wieder nicht.

Jo, ich merke nur, dass ich seit dem nicht mehr richtig bloggen kann, also raus jetzt damit. Die geneigte und geschätze LeserInnenschaft möge sich rauspicken, was sie interessiert, wenn sie was interessiert.

Ich machs kurz. Dochdoch.

Aaaalso.

Vor mehr als einem Monat bin ich beim Rumlesen in einem Forum auf einen Begriff gestoßen, den ich nicht kannte, habe im Netz danach gesucht und stieß dabei auf eine Seite, auf der Uta-Jenseits-Medium Readings und Channelings anbietet. So gar nicht mein Ding. Überhaupt nicht. Sowas kann man nicht ernst nehmen.
Hehe.
Auf der Site habe ich mich sofort festgelesen und ‚ganz spontan‘, bevor mein Verstand die Chance hatte, sich dazu zu äußern, ein Guide-Reading bestellt. Das hat noch ein kleines bisschen mehr gekostet als der Soja-Milch-Macher (über den ich mich jeden Tag freue). Wenn ich meinen Verstand gefragt hätte, hätte der mir gesagt: Du schöpfst hier grad mit vollen Händen aus deinen Ersparnissen, die in absehbarer Zeit aufgebraucht sind, und du hast keine Ahnung, wo dann Geld herkommen soll. Und wofür? Für eine esoterische, dubiose Dödelsache von Leuten, die du nicht kennst.
Mein Verstand hat noch viel mehr gesagt, das ich hier nicht hinschreibe.

Ich habe die Einwände meines Verstandes zur Kenntnis genommen (SEIN gelassen), Mails gingen hin und her, ich habe sofort das Geld überwiesen, und dann kam der erste Kontakt. Zu Vollmond, wie ich im Nachhiniein feststelle. Wie schön.

Das war ein Telefongespräch mit Uta Hierke-Sackmann, bei dem sie meine Seele – wie soll ich das nennen… sie hat sich auf mich eingestimmt, damit sie dann meinen Guide findet, und sie empfing dabei folgendes Bild:

Eine alte Frau hockt vor einer Jurte in einer total leeren Landschaft. Uta H.-S. sagte, so was Leeres, ohne jedes Leben, habe sie noch nie erlebt. Die alte Frau kratzt mit einem Stock heilige Zeichen in den Sand, die niemand sieht. Ob der Vergeblichkeit ihres Bemühens frustriert, genervt, erbost, wirft die alte Frau den Stock schließlich hin und stapft hinter die Jurte, wo Hühner scharren. (Ohje, jetzt erwürgt sie die Hühner, dachte ich, als ich das hörte.) Die sie füttert. (Uffz!) Ärgerlich, aggressiv schmeißt sie den Hühnern das Futter hin.
Und am Himmel statt der Sonne eine riesige Uhr.

(Dieses Bild habe ich im Blog schon beschrieben, als ich Gann Umas tolle Fragen zum Liebster-Award beantwortet habe. Die Frage war „Welches Monster muss erlöst werden?“)

Ich hatte ja fest damit gerechnet, dass Frau Uta H.-S. meine Seele als kleines Mädchen sieht, das fröhlich über eine sonnige Blumenwiese hüpft.

Tjaja ~
Die Alte vor der Jurte hab ich sofort erkannt, und ich war nicht erfreut.
Naja, während ich dann tagelang auf den Termin für das Reading wartete, hatte ich Zeit, mich mit der Alten auseinander zu setzen.

Das Reading kam, wie passend, einen Tag nach Neumond.
Auch da ent-Täuschung. Ich war ziemlich zuversichtlich gewesen, dass mein Guide ein raabencooler indischer Yogi ist.
Nee, Friedrich. Hildegard ham die aus mir gemacht <|8)

Ich hätte andere Sätze rausgepickt als Einleitung, z.B.

Nein, es geht auch nicht darum, den „richtigen“ Platz dafür zu finden. Sondern darum, JEDEN Tag, jede Stunde dir bewusst zu sein, dass JETZT der richtige Platz ist, um du SELBST zu sein.

Es wird wichtig bleiben, Verstand und Emotion nicht als getrennte Pole wahrzunehmen, sondern als die zwei Pferde, die den Wagen deines Seins ziehen. Wer aber hält die Zügel?
Dein Selbst, dein ewiges ICH BIN, das MUSS die Zügel halten und tut es noch nicht. Meistens gibt die Richtung der Verstand vor, sogar dann, wenn du meinst, hoch emotional zu sein. Aber das sind Emotionen, die dein Verstand durch sein Denken verursacht hat.
Es sind nicht deine tiefen, wahren Emotionen.

Du hast gehört: Da, wo die Angst ist, da geht es lang. Das ist FALSCH!
Da, wo Freude ist, liebevolle Solidarität, herzerfüllendes Engagement, DA geht es lang! Und das sind alles Emotionen aus den Tiefen deines Selbstes heraus.
Das GANZE Herz ist dabei! Das ist der richtige Platz, der richtige Moment, das rechte Sein.

Damit hab ich jetzt zu tun.

Wünschen

Oh, schon wieder so ein Riemen. Je länger meine Texte, desto mehr Work in Progress.

Seit einiger Zeit geht mir was im Mind um, beweg ich was im Herzen.
Ausgelöst durch meinen letzten Eintrag zur beruflichen Situation und den Austausch mit Sólveig dazu ist das grad wieder akut.

Es geht ums Zaubern: Darum, Wünsche wahr werden zu lassen.

Es fängt schon damit an, dass ich gar nicht viel davon halte.
Ich möchte keine Energie darauf verwenden, Wünsche wahr werden zu lassen, die nicht aus meiner Mitte kommen, sondern die mein Ego sich vorstellt.
Mein Ego hat oft nen Mega-Knall, und außerdem eine viel zu geringe Vorstellungkraft.

Z.B. verschwende ich oft Energie bei der Suche nach einem Weg, der zu dem führt, was ich mir hier&jetzt als Lösung vorstelle.
Das, was ich mir vorstelle, ist oft gar nicht die Lösung und liegt nicht auf meinem Weg.

Ich will also wünschen, was mein Inneres Selbst, mein Wahres Wesen will.
Das herauszufinden ist, denk ich, die Craft beim Wünschen.

 
In den schmerzvollsten Zeiten meines Lebens habe ich gelernt:

  • Ich habe meine Wünsche loszulassen.

Das bedeutet nicht, dass ich sie verwerfen oder auch nur bewerten soll.
Ich hab mir schon wirklich dämliche Sachen ganz stark gewünscht. Es half gar nichts, sie ‚loszulassen‘, indem ich mir gesagt habe, wie dämlich das ist, was ich mir wünsche.
Was half: Anzuerkennen, dass ich mir wünsche, was ich mir wünsche und nichts weiter daran zu knüpfen.

Das habe ich gelernt, als ich mal nen Monat lang in verschiedene A-Gruppen (v.A. EA) gegangen bin.
Ich hatte erst Probleme mit dem Konzept der ‚Höheren Macht‘, denn zu der Zeit hatte ich grad allen Gottheiten abgeschworen.
Dann kam mir BABA entgegen und ich hab ihm meine Wünsche gegeben.
Ich hab den Verdacht, über diesen Weg kamen sie an mein Inneres Selbst, und das hat dann mit mir die Dinge so geregelt, wie’s heilsam ist.

Ich finde inzwischen das Konzept der ‚Höheren Macht‘ bei den A-Gruppen sehr hilfreich, weil es mir den Wahn nimmt, Kontrolle zu haben, haben zu müssen, haben zu können.
Bei dem Problem, das mich in die Gruppe trieb (grob gesagt: Beziehungsfähigkeit) hatte ich keine Kontrolle, keine funktionierenden Strategien, keine Ahnung von gar nichts. Ich war mein Leben lang gescheitert.

Ich hab das anerkannt: dass ich keine Ahnung habe, was ich brauche und will.
Das bedeutet nicht, dass ich mich zurücklehne und auf BABA verlasse.
Es bedeutet, dass ich anerkenne, dass ich in manchen Angelegenheiten keine Ahnung habe, mir selber nur Leid und Not mache, wenn ich strample und es deswegen SEIN LASSE.
Stattdessen kümmere ich mich um das Naheliegende, um Dinge, von denen ich Ahnung habe. All-Tags Bewältigung. Wasser holen und Ecken auskehren und Vertrauen üben, dass die Dinge sich fügen, ohne dass ich weiß, wie.

Es kamen dann Impulse, ich hab auch was gemacht, was ich früher NIEMALS getan hätte, und jetzt habe ich meinen Gefährten gefunden und bin in der Lage, Beziehungsfähigkeit zu üben. 🙂

Darüber habe ich meinen Job aufgegeben, und jetzt bricht ein weiteres Riesenthema meines Lebens über mich herein:
Gelderwerb, Berufsausübung.

Und da wünsche ich mir natürlich auch reichlich. Und stelle fest, dass ich fast nur darüber nachdenke, WIE ich zu dem komme, was ich will.
Ich könnte dies machen – aber dazu bräuchte ich-
dann müsste das passieren – aber das passiert sowieso nicht-
ich müsste jenes finden – aber das gibts hier gar nicht-
usw usf
Jede Idee, wie ich dahin komme, wo ich glaube hinzuwollen, wird sofort von ängstlichen ABERn erstickt.

Wo will ich eigentlich hin? Was will mein Wahres Wesen?

Ich hab inzwischen den Verdacht, dass ich mich beim Wünschen auf das WAS zu konzentrieren habe, statt auf das WIE.
Und ich habe auch den Eindruck, dass ich die auftauchenden ABERs als Wegweiser verwenden kann. Wenn sie auftauchen, bin ich vom Weg abgekommen.

Mehr weiß ich noch nicht.

Einen kleinen Wunsch habe ich auch noch, und da er klein ist, kommen keine ABER, denn da habe ich volles Selbst-Vetrauen, dass ich ihn mir erfüllen kann und werde:
Dieser Eintrag wird zu gegebener Zeit eingekocht auf die Grundaussage. Wenn ich klarer sehe. Hier weiß ich genau, WAS ich will: einen gut lesbaren, viel allgemeineren Artikel zum Thema Wünschen. Zur passenden Zeit.