Stielmus

Weiter mit den Balkonblumenbildern

Ich hab ja da noch gedacht, es kommen nur Ringelblumen. Keine Ringelblume weit und breit! Stattdessen ist heute die allererste Kornblume geschlüpft.

Und, oh, da kommen noch mehr! In verschiedenen Farben.

Dann sind schon vor einiger Zeit so Blumen gekommen, die ich vorher gar nicht kannte:

Ich meine diese Weiß-Violetten Knuddel rechts. Hinten seht ihr noch die kleinen Blüten der Duftgeranie. Die blüht sowas von üppig dieses Jahr! Es ist halt keine Zierblume, sondern eine wunderbare Duftblume. ❤
Ganz vorne rechts seht Ihr schon die gelbe Nase einer Kapuzinerkresseblüte, die auch bald schlüpfen wird. Morgen wahrscheinlich.

Und diese Woche wird Mangold geerntet!

Das wird weniger Arbeit als Rübstil, und auch SEHR lecker! ❤

Apropos, der eine Rübstilstengel, den ich hab stehen lassen, um zu gucken, ob daraus ein Mairübchen wird —
Ich habs nicht übers Herz gebracht, nachzugucken, weil, der blüht auch üppig, und Bienen und anderes Gesummsel tummelt sich gern darin.

Oke, nu seid ihr wieder gut über wichtige Entwicklungen auf unserer Dachterasse informiert. =)

Advertisements

Rübstiel

Vor ungefähr einer Stunde stand jemand in unserer Küche, sah durchs Fenster in maigrüne Baumkronen und schnippelte frisch geerntetes Gemüse ausm Blumentopf. Auf dem Herd köchelten Kartoffeln, der Milchmacher machte Mandel-Cashewmilch, überall stand Zeugs rum. Siebe, Brettchen, Messer, Töpfe, und auch einige wunderschöne Schüsseln. In einer war aufgefangenes Gemüsewaschwasser für die Blumenkästen, in einer andern heiße Gemüsebrühe (instant, nur damit kein falscher Eindruck entsteht) für das zu kochende Gemüse.

Diese Jemand war ich, ehemals bekannt als Sie, Die Nicht Kocht.

Und das kam so:

Wie gestern angekündigt habe ich heute das Rübstiel geerntet.

Rübstiel kenne ich von meiner Omi Solingen, die das zumindest einmal für mich gekocht hat. Ich war noch klein, und es war ab da mein absolutes Lieblingsessen. Leider habe ich es danach nicht mehr oft, vielleicht sogar nie wieder bekommen. Ich kann mich nicht genau erinnern, ich weiß nur sicher, dass ich immer, wenn ich Omi Solingen besuchte, Rübstiel haben wollte, und dass sie immer sagte, sie mache das überhaupt nicht gern, weil das so ne Arbeit sei.
Ich hab auch noch nie Rübstiel auf dem Markt oder im Geschäft gefunden. Darum hab ichs im Topf angebaut, und es hat geklappt! Eine schöne Portion Rübstiel ist auf unserer Dachterasse gewachsen.

Heute wurde es geerntet. Jetzt kann der Mangold die Sonne sehen.

In der Küche überkam mich zeitweise Verzweiflung und ich fühlte mich von der Größe der Aufgabe überfordert. Ich hatte auch vielleicht bisschen viel auf einmal gemacht, Kartoffeln schälen, und Mandeln schälen für die Milch, und Knoblauch drücken, und Kartoffeln kochen und immer wieder was spülen, und Brühe aufgießen und Mandeln und Cashews waschen und dann durchs Sieb abgießen und- (Jaja, die erfahrene Hausfrau hebt jetzt irritiert eine Augenbraue, weil ich mich so anstelle. Hey, ich bins, Sie, Die Nicht Kocht.)

Und das Rübstiel putzen. Bald klebten überall kleine Blättchen, an mir und am Messer und um mich herum. Als ich so ungefähr die Hälfte geputzt hatte, wusste ich, warum Omi Solingen, die mich wirklich sehr geliebt hat, mir trotz meines Bettelns kein Rübstiel gekocht hat. Und ich hatte ein Rübstiel, bei dem ich die Blätter dranlassen konnte. Bei den alten Sorten sind die Blätter zu hart und die Putzerei ist noch mal um einiges aufwändiger.

Das war der Moment, als ich so richtig die Lust verloren hab.
Ich hab Foto-Pause gemacht, danach gings dann wieder. Einigermaßen. Es half, dass ich Hunger hatte, und der Oger auch. Also, der half nicht beim Kochen, der hatte auch Hunger. =)

Schließlich war alles im Topf und mir wurde klar, dass ich viel zu viel Gemüsebrühe genommen hab.


Oh grässlich! Viel zu matschig! Das ist Rübstielsuppe. =(

Naja, das war mein allererster Versuch, und ich hab leider keine weiteren Vorräte, ums das nächste Mal besser zu machen.
Und was soll ich sagen – es war bisschen matschig, und es war KÖSTLICH!

Eya.

War das jetzt einen Blogbeitrag wert?

Doch, ja. In Memoriam Omi Solingen. ❤  


MJAM

jetzt geht DAS wieder los…

Blumenbilder vom Balkon.
Wobei es dies Jahr nach hauptsächlich Ringelblume aussieht. Wir haben viel gesäht, gesammelte und gekaufte Blumensamen, und irnzwie scheinen das alles Ringelblumen zu werden.

Nur in meinem Kasten, der mit der Brennessel, bei dem ich nicht die Erde wechsle und den ich im Winter reinhole, wachsen keine Ringelblumen. Sondern eben jene Brennessel,
und die Duftgeranie ist groß und stark und schön geworden und blüht wieder,
und die Lilienknospen platzen bald. ❤

Meine großartigen Rübstielpläne im Urbanen Garten haben sich letztes Jahr nicht verwirklicht. Dafür hab ich dieses Jahr Rübstiel auf dem Balkon. Es ist reif zur Ernte, denk ich. Wahrscheinlich morgen.
Oben rechts ragt noch ein Rübstiel ins Bild, den ich vor paar Wochen vereinzelt habe, um zu gucken, ob da ne Rübe draus wird. Und wenn der Stielwald abgeerntet ist, hat auch der Mangold endlich ne Chance, der unter dem grünen Wucher derzeit vor sich hinmickert.
Und in der Küche wächst Melisse.
Wahrscheinlich demnächst in diesem Blog: 1A Pflanzenfotos von Ringelblumen.

Neues aus dem Garten

Gestern gabs Kochen im Garten und wir lernten paar unserer MitgärtnerInnen kennen. Genau wie wir erwartet haben wars ein richtig schöner Nachmittag und Abend.

Demnächst, wenn die krasse Hitze gebrochen ist, werden wir Rübstiel und Mairübchen sähen — das geht alles im Herbst noch.
Mairübchen hab ich erst dieses Jahr für uns entdeckt – köstlich!
Rübstielsamen habe ich zu meiner großen Freude im Baumarkt gefunden.
Rübstiel kenne ich aus der Zeit als ich noch richtig klein war und das mein allerliebstes Lieblingsessen war. Nur meine Omi Solingen hat das je gekocht, und auch nur selten, weil das so ne Arbeit war. Ich weiß auch das Rezept nicht — ich werde eins finden. Vegetarisch.

Ich hab schon nach Rezepten im Netz geguckt, und dabei habe ich was rausgefunden: Rübstiel und Mairübchen sind dasselbe. Da war ich ma wieder baff. Rübstiel ensteht, wenn der Bauer die Mairübchen zu dicht säht. Dann gibts keine Rübchen, sondern nur viele dünnen Rübenstiele. Ist irnzwie logisch, und doch hats mich echt umgehaun, besonders, weil ich nun zwei verschiedene Samentütchen habe, einmal Rübstiel, einmal Mairübchen. Aus Feez sollte ich das Rübstiel sehr vereinzelt sähen und die Mairübchen ganz eng und dann mal gucken, was wächst.

Echt… Faszination Gartenplänet… oder so… Jedenfalls zeigt das , dass ich zu viel am Computer hocke. Der Garten ist ein Segen.

Der Endiviensalat muss dann auch noch verzogen werden (heißt das nicht so?). Lady of the Dan hat per Mail bestätigt, was ich auch vermutete, aber der Oger wollt ja nicht auf mich hören… Der steht jedenfalls zu eng. Und der Feldsalat und der Rucola, den wir gesäht haben, der wirds auch viel zu eng haben, falls da überhaupt was kommt. Wir waren so motiviert, und es war ja so heiß, also haben wir viel gegossen.
Echt viel gegossen.
Vielleicht wächst uns demnächst das Swamp Thing im Beet, könnt schon sein, wenn ich bedenke, wieviel Moos wir da aus dem Boden geholt haben. Viel, aber nur einen Bruchteil von dem, was noch drin ist… in dem Sumpf.

Dann wollte ich stolz Fotos vom Borretsch zeigen, den wir vom Gefährten seiner Ma mitgenommen und hoffnungsvoll in den Boden gerammt haben. Er welkte da paar Tage vor sich hin, ganz am oberen Beetesrand – ich hab versucht, ihn per Gimp bisschen sichtbarer zu machen…

… und dann war er plötzlich weg. Jemand hat ihn rausgerissen, und das hat mich ne kleine Weile richtig verstört.

Wir haben auch nen Verdacht. Unser einer Beetnachbar hat bestimmte Vorstellungen davon, wie breit und lang unser Beet zu sein hat. Ist’n alter Herr, ich will da nicht weiter drauf eingehen. Wenn ich ihn sehe, werde ich ihn fragen, ob ers war, und wenn er ja sagt, werde ich ihm freundlich aber sehr SEHR bestimmt klarmachen, dass er NIE WIEDER irgendwas bei uns im Beet anzufassen hat. Wenn ihn was stört, soll ers mit uns besprechen.
Wenn er nein sagt, will ich die Sache vergessen.
Der Borretsch war sehr welk, aber ich hab ihn GEMOCHT. Und die eine Pflanze hätts geschafft, bin ich sicher.

Naja, eine sehr nette Mitgärtnerin hat mir erlaubt, mich an ihrem Borretsch zu bedienen (ich möcht eh nur paar Blüten).

Trotzdem hat mich das sehr gebeutelt, dass sowas passiert, weil wir ja doch Illusionen von Friede, Freude, Eierkuchen, Community, Gemeinschaft, Love, Flowerpower und so gehegt haben.
Nachdem der Borretsch weg war, war mein zweiter Impuls: Das wird sofort dem Gartenchef gemeldet! Der Übeltäter muss an den Pranger und streng bestraft werden und-
Wir ham da überhaupt keinen Gartenchef. Aber ich habe schmerzvoll begriffen, wie es dazu kam, dass deutsche Schrebergärten zu dem Regeln-Missgunst-Blockwarthorror wurden, der sie heute viel zu oft sind.
(Was mein erster Impuls war, das möchte ich hier gar nicht hinschreiben…)

Naja, ich habe mich wieder beruhigt, sowas passiert halt in der nicht-ganz-so-perfekten-Welt, an die ich mich seit weit über 40 Jahren versuche zu gewöhnen –
Ich habs wirklich gut, wenn ich bedenke, was sonst noch alles passiert in der Welt. Wir saßen gestern mit sehr netten Leuten in der lauen Sommernacht im Garten, aßen köstlichen Curry, dort gewachsen (bis auf die Kokosmilch) und gekocht, ich hab dann noch Teelichter geholt und immerhin ein Foto gemacht vom Salbei-vor-Teelicht.

Und ein Foto von tagsüber, Hummel auf Sonnenblume.

Ich MAG Hummeln. Und Sonnenblumen. Und dass wir jetzt nen Garten haben.