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Unsere Waagen sind vom Satan besessen!

Aber von vorne.

Mein Schnusel und Gefährte, der Oger, geht ja schon seit paar Jahren in die legendäre Muckibude — onaschd wie wo onaschda — und dort wurde ihm vor einiger Zeit von einem Trainingskollegen ein Buch geradezu aufgedrängt, das der Gefährte dann höflicherweise angenommen und heimgebracht hat. Das Buch heißt „Bigger. Leaner. Stronger.“ Du meine Güte. Und die Website des Autors ist auf den ersten Blick dann noch schlimmer als meine Vorurteile sie sich ausgemalt haben. Muscle for Life

Weiterhin aus Höflichkeit hat der Gefährte angefangen, das Buch zu lesen, um es dem Kollegen dann schnell zurückgeben zu können.

Wie sich rausstellt ist das Buch ne Perle und der Autor ist – mir fällt keine passenden Bezeichnung ein… gut drauf, voll in Ordnung, korrekt, klug, heilsam unterwegs, sympathisch, einer, der aus der zivilisatorischen Trance erwacht ist. Im Buch geht es natürlich um Muskelauf- und Fettabbau, aber in den ersten Kapiteln geht es erst mal um Reklame, Kommerz, wie wir verblödet werden und wie wir uns dagegen immunisieren können. Matthews ist zu diesen Einsichten gekommen, weil er die Nahrungsergänzungstoffe und die Lügen und Manipulation der Industrie leid war – und er hat dabei ganz grundsätzliche – m.E. auch spirituelle Erkenntnisse – gewonnen.

Aber ich wollte hier keine Werbung für Michael Matthews machen – oder doch, klar! – das ist bloß der Einstieg zu meinem eigentlichen Beitragsanliegen.

Der Gefährte hat sich das Buch nämlich inzwischen selbst gekauft und voll inspiriert und beseelt angefangen, die Tips daraus umzusetzen. Weil sie einleuchten und logisch sind. Das hat mehrere Dinge zur Folge. Erstens, dass er in ziemlich schneller Zeit einiges abgenommen hat (fett war er ja vorher eh nicht) und tatsächlich ein Sixpäck entwickelt hat. Und so. Und dabei ist er noch gar nicht am ‚bulken‘. Na, da kann ich mich ja noch auf einiges freuen, hehe.

Aber das ist auch noch nicht, was ich erzählen will. Sondern:
Zweitens hat das Umsetzen des Buchtips zur Folge, dass der Gefährte seit einigen Wochen fast alles, was er isst, erst auf der Küchenwaage wiegt. Wir haben so eine Superwaage, die aufs Gramm genau anzeigt.

Vor einigen Wochen, ich saß mit meinem vollgehäuften dampfenden Teller schon am Tisch, während der Gefährte seine Portion in der Küche auf die Waage packte.
Und ausrief: „Unglaublich! Schon wieder! Ich tu den Reis nach Gefühl auf den Teller, stell’s auf die Waage, und dann – komm her, das musst du sehen!“
Ich steh also auf (seufz), schluffe in die Küche und guck auf die Anzeige der Waage. 666 g
„Das ist jetzt das dritte oder vierte Mal!“ sagt der Gefährte.

Na schön, der Gefährte mag Metal Musik, er hat ungefähr im Gefühl, wieviel Reis er zur Mahlzeit haben will, das ist halt nen lustiger Zufall. Es ist danach wieder passiert, aber mei, unbewusst können wir so viel mehr als wir bewusst glauben. Er kann halt seine Reiskörner nach Augenmaß auf genau 666g abmessen.

Wir haben gelacht, 666-Witze gerissen („668 – the neighbour of the Beast!“ „Sick, sick, sick, the humour of the Beast!“) und das wars – bis neulich, als der Schrei aus dem Badezimmer ertönte, wo der Gefährte sich auf die Personenwaage gestellt hatte. Sechsundsechsig Kilo komma sechs.

Und das ist jetzt fast jeden Tag der Fall. Und ich beginne mich zu wundern.

 

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