Tarot

Ringbuch der Schatten

Scrapbook of Shadows… Ich poste jetzt einen älteren Artikel aus meinem Truhenboard (mit neuen Fotos). Ich bewege schon so lange im Herzen den Plan, sowas mit anderen zusammen zu basteln. Ich selbst habe ein solches Magie-Rezepte-Ringbuch, und ich hab auch ein anderes dickes Ringbuch für Tarot, das ich vor ca. 20 Jahren angefangen habe. Demnächst will ich eins basteln, um es weiter zu geben, und ich wollte hier mal rumfragen, ob euch noch weitere Ideen dazu kommen. Einladung zum Brainstorm. Hier die alte, vorläufige ‚Anleitung‘:

Das TruhenBuch:

Ähnlich wie ein „Buch der Schatten“, und das ist, soweit ich weiß, ein selbstangelegtes Buch, in dem magische Rezepte gesammelt werden.
Mal ganz neutral und schlicht und verkürzt für den Boardgebrauch erklärt.

Sowas ist tatsächlich schön und sinnvoll, wobei ich dazu rate, ein Ringbuch anzulegen. Ja, es gibt viele reich gestaltete leere Bücher zu kaufen, die wunderbar mystisch aussehen und nur so einladen zum Füllen mit Höchstmagischem. Wundervoll – bis man sich dann mal verschreibt oder was ändern oder ergänzen will. Dann kann man Seiten rausreißen, überkleben, verweisen…
Nicht so schön.

Also, ich rate zu einem Ringbuch, Din-A 5 Format hat sich bewährt. (Das kannst du ganz gut überall hin mitnehmen, wenn du das möchtest.) Ich rate auch dazu, es außen und innen selber schön zu gestalten.

Auch geeignet sind Truhen-Files auf dem Computer, Truhen-Memorysticks, und natürlich Truhen-Boards. 8)

Mögliche Inhalte sind

~ Bedeutungen der Tarotkarten
~ Elemente und Zahlen
~ eigene Legungen, u.U. auch mit Deutungen. Praktisch zum späteren Nachprüfen
~ Astrologische Ereignisse, Mondphasen, Tides und Gezeiten, so du damit arbeitest
~ Rezepte jeglicher Art (Räuchern, ätherische Öle, Tees, magisches Kochen etc.pp.)
~ ja, auch Ritual-Rezepte
~ Jahreszeitenfeste – so sie gefeiert werden
~ usw. usf.

Und natürlich mit reichlich Platz für eigene Assoziationen und Erkenntnisse. Am besten mit Datum versehen.
Und natürlich nach deinem Geschmack schön gestaltet, mit Bildern – gemalten, gezeichneten und/oder eingeklebten, superordentlich oder total wild, nur mit Computer-Ausdrucken, nur handgeschrieben, streng und schlicht, chaotisch ~ das Schöne ist: es ist DEIN TruhenBuch, es wird so, wie du es willst.



Spiritueller All-Tag

All-Tag ist so ein schönes Wort! Ein Tag im Kosmos. So wie jeder Tag.
       Verschiedene Arten der Fortbewegung durch den Alltag.

Hier folgt jetzt ein ganz alltäglicher Brainstorm- und Verzäll-Riemen.

Es ist Magie in der Luft – das liegt u.A. an der Jahreszeit. Das Herbstfest steht bevor (genau: 22. 09. 2016, 14:20 h), und zur Zeit ist hier noch glühender, leuchtender, duftender, goldener Spätsommer.

Ich hab ein Lied dazu, ein richtiges Kinderlied, und ich hatte eine Version davon aufgenommen, um sie hochzuladen. Am nächsten Tag fand ich sie so SCHRECKLICH, dass ichs nicht über mich bringe. Das ist tatsächlich nicht nur meine Unfähigkeit, sondern auch, weil ich noch keine Lösung zum Schön-Aufnehmen hab. Ich hab noch eine ältere Version gefunden, die ist auch gar nicht so toll (und ziemlich schlaftablettig), die gebe ich hier frei. Es geht ums Lied, nicht um die Perfomance. Ich mag das Lied wirklich gern.

Playful wind
summer’s child
getting wild
gonna grow to snow
Sparkling leaves
playful wind
golden green
gonna grow to snow

On the eve
of the late summer’s day
gather seeds
for the time to come
At the edge
of the long summer’s day
cross the border
to the land beyond

Rustling weeds
playfull wind
bumblebee
gonna grow to snow
In the hedge
summer’s child
spiderweb
gonna grow to snow

On the eve…

From the east
playful child
chasing dust
gonna grow to snow
From the west
summer’s wind
bearing rain
gonna grow to snow

On the eve…

Ich hab native speakers gefragt, ob das geht, mit dem „gonna grow to snow“. Ich weiß bis heute nicht, ob sie aus Höflichkeit meinten, dass es geht, oder ob es wirklich so ist. In dem Lied gehts.

Oh, und weil ich grad dabei bin noch ein Gedicht von wasweißichwannvielejahreher. Das war ein Rutsch, ein Fluss, assoziativ, nicht immer grammatikalisch einleuchtend, ich mags.

Kämpferin der Münzen

auf ihrem schwarzen schweren pferd
steht sie im herbst und sieht nach westen
dorthin wird sie ziehn.
um sie der sommer
doch um sich den panzer steht sie im herbst
und sieht zeichen
die webt sie zu gold und moos
wächst auf den steinen des weges
und auf ihrer rüstung
die sie abstreift
als sie absteigt
und neben dem pferd geht
mit den dohlen
den fäden im wind nach westen
um sie der sommer

Jut, hab ich das aus dem System.

„Spiritueller All-Tag“ heißt der Beitrag, weil ich — wie viele andere auch, die ihre Craft und/oder Spiritualität praktizieren — das als Lebensweise empfinde, und nicht als etwas, das ich zu bestimmten Gelegenheiten tue. Auch wenn sich manchmal was verdichtet in Zeit und Raum, der SINN und die Freude am Wilden Weg ist: Wir sind immer unterwegs.

In letzter Zeit wird mir das wieder mehr bewusst und ein bewusstes Anliegen, so eine Art Aufwachen zum Herbst hin. Siehe oben.

Was ich Großartiges mache.
Ich übe Achtsamkeit und Disziplin – dabei fällt mir auf, dass ich seit Monaten den „Disziplin“-Eintrag im Hexikon aktualisieren möchte. Das ist immer ein ziemlicher Aufwand, und ich habe so ein Gefühl, dass ich mich demnächst dazu aufraffen kann. Im Zuge meiner Achtsamkeit und Alltagsmagie.

Ich esse seit ungefähr einer Woche bis 12h mittags Organuhr (d.h. jetzt zur Sommerzeit bis 11h) nur Obst. Das klappt wunderbar und tut mir gut. Ich hab in irgendeinem Blog davon gelesen, zu dem ich linken würde, wenn ich noch wüsst, welcher es war… X) Sorry.
Wie gut ich das im Winter schaffe, ist mir nicht klar – die Obstverfügbarkeit geht da ja stark zurück, und mit der Winterzeit muss ich dann wirklich bis 12h warten. Ich bin dennoch zuversichtlich.
Jedenfalls hat das heute dazu geführt, dass ich Himbeereis gefrühstückt habe.

Ich bin ja für die Legalisierung aller Drogen (wirklich, aber wenn ich davon anfange, wird das hier kein Riemen, sondern eine Broschüre), nur bei Himbeereis bin ich skeptisch. Und, natürlich, bei Testosteron. Haha.
Argh.

Eya. Vor 12h nur Obst.
Struktur, feste Termine und Zeiten tun mir überhaupt gut, und mein Leben ist und war immer ziemlich frei davon…
Wobei ich hinzufügen muss: feste Termine und Zeiten für Dinge, die ich GERN tu. Für Heilsame Dinge. Auch da habe ich Disziplin zu üben. Ich hab das ja viel zu lange verwechselt mit der Disziplin, mich an vorgegebene Termine und Zeiten zu halten, um Pflichten zu erledigen, die ich grauenhaft finde und (oft nur scheinbar) machen muss. Das ist keine wirkliche Disziplin und nichts, worauf irgendwer stolz sein sollte. Das ist im besten Fall widerwilliges Folgen unheilsamer, falscher Werte, und es kann zu Kadavergehorsam führen. Dabei wird man dann selbst zum Kadaver, und wenns richtig mies läuft, was es leider oft tut, produziert man noch ein paar andere dabei.

Also: Disziplin üben, dass ich schöne, heilsame Dinge regelmäßig und zu festen Terminen und Zeiten tu.

Mein Gefährte und ich meditieren jeden Abend. Das tun wir seit Montag – was noch nicht so lang her ist – für 20 Minuten – was nicht besonders lang ist, also, das Minimum. Und ich bin SO FROH darüber. Ich bin froh, dass ich einen festen Zeitpunkt habe: Jeden Abend, nach dem die Katzen ihren Abendstengel bekommen haben. (Stengel sind so Leckerlies, mit denen die beiden Alten ihre Pillen verabreicht bekommen), also nach 22h. Dann sitzen, danach ab ins Bett.
Wir haben einen Ort zum Sitzen, der ist noch bisschen Abstellort für’s Bügelbrett, wird aber, das weiß ich , mit der Zeit immer schöner werden. Gestern hab ich ein Öllicht hingetragen und dabei zum ersten Mal ein wundervolles Bild entdeckt, das mir vorher noch nie aufgefallen war. Von Arthur Rackham, den ich sehr mag.


hier das Bild in besser

Ich bin sehr froh über den Ort, den Termin, das Sitzen. ENDLICH. Ich würds auch alleine machen, und dass der Gefährte mitmacht, das ist noch mal besonders schön, heilsam, wirkungsvoll.
Die Gute Art Disziplin.

Dann hat neulich die Zen Witch einen wunderhübschen Zauberspruch für heilsames Zeitmanagement gepostet (englisch): Thyme in a Bottle | The Zen Witch. Der hat mich sehr angesprochen – ich mag das Fröhliche, das Einfache und vor allem das Regelmäßige daran.
Ich wollte daraufhin selbst ein Ritual entwerfen, um das Chaos hier soweit zu hegen, dass es nicht eklig wird. Ich mag Chaos, und ich habe den Verdacht, dass es der Normalzustand für mich ist, dass so richtig aufgeräumte Orte nicht mein natürlicher Lebensraum sind. Aber kreatives Chaos kann halt leicht umkippen in dreckiges, brackiges, ekliges, deprimierendes Chaos.

Ich habe schon begonnen, mir Notizen zu dem Ritual zu machen – Minze, Salbei, Zitrusdüfte, dazu Bachblüten, Raum schaffen, Licht reinlassen — und dann kam mir der hammerkrasse Gedanke: Ich könnte statt Öle zu mischen und nen Mantra zu murmeln auch einfach aufräumen.

AhBAH!

Ich hab mir jetzt ne Bachblütenmischung gemacht – dabei hab ich, damit ich auf dem Boden vorm Altar hocken konnte, dies und das aufgeklaubt und wegsortiert – mit Crab Apple, Clematis und Wild Rose. Dazu Lichtwasser Fatima und Lourdes. Das nehme ich jetzt alle 4 Stunden, und jedesmal, wenn ich es nehme (und gerne auch dazwischen), räum ich irgendwas auf und weg. Das ist ein wunderbar wirksamer Zauber, der gut funktioniert.

Jo, ich glaub, das war alles, was ich in den Blog schaufeln wollte. Ich wünsch uns allen weiterhin schönen, intensiven, heilsamen Spätsommer!

Mäßigkeit

Ich hab ja vor einiger Zeit einen Beitrag zu den 4 Engel-Karten im Tarot geschrieben und war bei der Mäßigung nicht weiter gekommen.

Ich bin auch nicht sicher, ob ich überhaupt in Worte fassen konnte, was ich in den vier Karten sehe. Weil ich die Worte nicht hatte, nur Annäherungen und Ahnungen.

Ich habe mich vor zwei drei Wochen bei einer christlichen amerikanischen Website angemeldet (für mich war sowas bis vor Kurzem noch, hehe, ne Manifestation des Bösen: amerikanische Christen. Ist doch auch schön, wenn Vorurteile sich auflösen und ich stattdessen sehe, was IST). Die schicken mir täglich so Meditationen. Ich steckte schon ca. ne Woche in Überlegungen zu TEMPERANCE fest, da kam ein Text mit dem Titel „Liminal Space“ – Grenzgebiet. Und da hats klick gemacht.

So kann ich jetzt besser in Worte fassen, was diese vier Karten für mich bedeuten:
Sie zeigen verschiedene Aggregatzustände des Bewusstseins.

Noch mal kurz und knapp:

Der Teufel zeigt Bewusstsein, das auf die materielle Welt fokussiert ist.
Keine Tarot-Karte ist ‚gut‘ oder ’schlecht‘, auch der Teufel nicht.
Das Bewusstsein hier kann sich natürlich gefangen und ausgeliefert fühlen, es kann sich ganz dem Materiellen verschrieben haben und damit blind und taub gegenüber dem Weckruf (Auferstehung) sein. Dann liegt unter allem, was es macht, Sinnlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Angst, was wiederum die Gier nährt.
Das ‚teuflische‘ Bewusstsein kann aber auch sehr heilsam sein, weil es sich nicht täuschen lässt von nichtmateriellem Nimbus, Status und Behauptungen, sondern guckt, was wirklich IST. Ein gutes Beispiel dafür ist das Kind in Des Kaisers neue Kleider. Der Kaiser hat nämlich gar nichts an und ist in Wirklichkeit bloß ein nackter Mann. (Erst hatte ich „fetter nackter Typ“ geschrieben. Vorurteil! Ich weiß nicht, ob er fett ist.)

Die Auferstehung zeigt einen „Weckruf“, eine Erfahrung/Inspiration, die das Bewusstsein aus dem Materiellen hebt – also, die Erkenntnis, dass die materielle Welt eine Manifestation der Wirklichkeit ist, ein Wahrnehmungszustand, und dass die Welt/Wirklichkeit so viel mehr ist.

Die Liebenden zeigt Bewusstsein, das in der materiellen Welt agiert, das das Ich/Ego als Gefährt/Avatar begreift und sich nicht damit indentifiziert. Der ‚Antrieb‘, die Energie, die diesen Avatar antreibt, sind nicht materielle Dinge und nicht die Geschichten, Wünsche und Dramen des Ego. Der Antrieb ist das Leben selber, das SEIN.

Die Mäßigung – ich hatte eine Ahnung in die Richtung – zeigt das Bewusstsein im Grenzgebiet. In der Meditation, vielleicht auf schamanischer Reise (da hab ich keine Erfahrung). Die Landschaft auf der Karte hat für mich etwas Unwirkliches, Verzaubertes. So ein Ort, den wir in einer Visualisationsübung aufsuchen. Ort/Zeit innerhalb des magischen Zirkels, im Ritual.
Richard Rohr (s.o., Liminal Space) würde diesen Zustand wahrscheinlich prayer (Gebet) und contemplation (Versenkung, Kontemplation) nennen.
Das ist der Moment, da das Ego/Ich schweigt und wir die Wirklichkeit erfahren und gestalten. (Es geht dabei nicht um Wunscherfüllung des Ego!) Ein Name für diese Wirklichkeit ist Gott, und der Engel auf der Karte trägt den hebräischen Namen Gottes auf der Brust. יהוה – das sogenannte Tetragrammaton. JHVH – Jahwe. *
<- Die Falten des Kleides, genau über dem Quadrat mit dem Dreieck darin.

Ich sehe in der Mäßigkeit auch den Teil der Mondmeditation, bei dem wir anerkennen was IST, ohne uns damit zu identifizieren. So verstehe ich die beiden Gefäße und das Wasser, das darin bewegt (gemischt, transformiert) wird, ohne dass es ausgeschüttet wird.
Das Quadrat auf der Brust des Engels ist ein Symbol für die Materie (die Welt des ‚Teufels‘), das Dreieck darin – das auch ein Symbol für Feuer ist – symbolisiert das SEIN, den Spirit.
Auf der Stirn trägt der Engel das Symbol für die Sonne 𐌏. Das und die roten, mächtigen Flügel deuten auf Schöpferisches, aufs Erschaffen. Kreation – Kreativität durch Anerkennen und Neumischen dessen, was ist. Transformation. Alchemie.
Und so. Ich will mich hier nicht in Deutungen und Erklärungen verlieren. Es gibt noch so viel – die Lilien (gelb, nicht weiß), das Wasser, das Land, das Leuchten über den Bergen im Hintergrund, der Weg dahin…
Ah, das noch: Ich deute den Weg hier&jetzt als den Weg zur Erleuchtung.
Meditation, Gebet, Kontemplation, Ritual, Beobachten des Erlebens (da muss ich an die „Direct Pointing“ Methode denken, von der Sophie0816 neulich geschrieben hat) können da hin führen.

Schließlich habe ich die Karten noch mal angeordnet. Es gibt da keine Hierarchie und eigentlich keinen Anfang, und doch ist der Teufel unten für die meisten von uns der Ausgangspunkt, und für alle hier Inkarnierten nun mal die Basis, der Boden auf dem wir stehen. Über den Weckruf – Die Auferstehung – und/oder Meditation etc. – Mäßigkeit – können wir in den Zustand der Liebenden kommen. Dieses Bewusstsein ist im Hier&Jetzt, in der materiellen Welt („Das Ziel ist der Marktplatz“ hat mir ein Sufi-Lehrer gesagt). Es – das ist der Plan – genießt die Abenteuer, die das Ego im Sein erlebt.

Und dann ist mir der Stern in die Mitte geraten. Ist einfach so, ich kanns nicht genau erklären. Die Frau auf dem Bild hat keine Flügel, und sie gießt das Wasser aus.

Das, so seh ich das zur Zeit, ist das SEIN. Dieses Sein ist nicht mehr verhaftet an ein Ego und erlebt keine Abenteuer. Es IST das Abenteuer. Das ist der Moment in der Mondmedi, in dem wir loslassen. Ich nenne diese Karte auch Vertrauen.

Zuerst ist ein Berg.
Dann ist kein Berg.
Dann ist.


*Zu diesem Namen Gottes hat Richard Rohr auch eine ganz wundervolle Geschichte zu erzählen – ein Wissenschafter, der auch Rabbi ist, hat ihm erklärt, warum der Name Gottes nicht ausgesprochen werden kann. Wer Englisch versteht: hier. Wer kein Englisch kann und Geduld hat, versteht das Wesentliche auch ohne Englisch, wenn R. Rohr zum Wesentlichen kommt. Und wer Englisch kann: Die ganze Predigt ist voller Wunder und lohnt sich, wie so vieles von Richard Rohr.

Die Engel im Tarot

Gestern in der Schule habe ich mir zwei Tarotkarten gezogen. Erst kam der TEUFEL, dann die LIEBENDEN. Das hat mich dazu inspiriert, alle Karten mit großen geflügelten Wesen rauszusuchen. Es sind vier Stück.

Engel sind Boten des Göttlichen, des Spirituellen, und durch den Input der letzten Wochen habe ich eine etwas erweiterte Sicht auf diese vier Karten gewonnen. Die möchte ich jetzt erklären und zur Diskussion freigeben. Ich hab den Eindruck, ich kann da und dort noch mehr Input gebrauchen.

Noch vorab: In dem Text, der jetzt folgt, werde ich nicht jede einzelne Aussage relativieren mit „für mich bedeutet blah blubb“ . Was jetzt folgt ist MEIN Tarot-System, meine Deutung der Karten. Das ist weder Die Wahrheit noch allgemeingültig noch das Beste System von Allen – es ist einfach nur das System, das ich verwende. Wenn ich also schreibe „dings bedeutet/ist dies und jenes“, dann denkt euch dazu im Weltbild von Vetch. Ich wünsche mir Kommentare und Ergänzungen aus anderen Weltbildern.
Jut.

Im Norden finden wir den TEUFEL.
Hier haben wir die ERDE, die Materie, unsere irdische Inkarnation, unseren Körper.
Da finden wir uns wieder, wenn wir hier inkarnieren: Im Diesseits, in der 3D Simulation der materiellen Welt.
Es gibt in Wirklichkeit keine Materie, es gibt nur Energie, die sich zu Materie verdichtet. Die Welt verdichteter Energie, die materielle Welt, ist das Reich, die die Karte TEUFEL symbolisiert. Der Boden, auf dem wir hier&jetzt stehen. Hier findet das Abenteuer statt.

Im Osten die Auferstehung, das GERICHT.
Die Himmelsrichtung der LUFT: Inspiration, Geist.
Etwas ruft uns und zeigt uns, dass die Welt viel größer ist, als das Diesseits, als die Materie.
Wer, was uns da erweckt, uns ruft und aus dem Grab eines blinden, mechanistischen, materiellen Universums hebt, das möcht ich nicht mit spezifischen Namen belegen. Ich nenn es hier Quelle. Je nach persönlicher Religion und/oder spiritueller Geneigtheit wissen wir, was/wer es ist. Oder wir ahnen es. Oder wir suchen es. Oder wir leugnen es (das führt uns dann zurück zum TEUFEL in seiner negativsten, grässlichsten Erscheinung).

Im Süden, beim FEUER: die LIEBENDEN.
Hier sehen wir die Verbindung zur Quelle stabilisiert. Wir bewegen uns weiter durch das Abenteuer in der materiellen 3D-Welt, doch SINN und Antrieb (Feuer: Energie, Eros, Lebenskraft) kommen aus der Quelle.

Und im Westen schließlich das Maß, die MÄSSIGKEIT.
WASSER, Hingabe, Lassen.
Und jetzt bin ich verwirrt. Ich würd hier eigentlich den Stern hintun, da wird aus der Quelle in die Materie gegossen. Aber auf der STERN-Karte ist nun mal kein Engel mit Flügeln drauf.
Wie knüpfe ich das Bild der MÄSSIGKEIT in mein System?
Anders als bei der Auferstehung und bei den Liebenden steht dieser Engel auf der Erde, also in der Materie. Mit einem Fuß. Der andere Fuß ist im Wasser. Wasser symbolisiert andere energetische Phänomene, die hier im Diesseits auftreten: Gefühle z.B.

Was bedeuten die beiden Kelche, mit denen das Wasser der Quelle (?) bewegt, vermischt und nicht ausgegossen wird?

Jo, ich steh aufm Schlauch. (Wow, da stehe ich mit nur einem Fuß sowohl auf Wasser als auch auf Erde. Naja, auf Gummi. Und Wasser fließt da auch keins mehr, weil ich drauf stehe und den Fluss abquetsche. Und jetzt schreibe ich nur noch Blödsinn, weil mir nichts Sinnvolles mehr einfällt.) Eya. Ich geh jetzt schlafen, vielleicht kommt mir über Nacht ne Eingebung. Oder/und jemand aus der geneigten LeserInnenschaft gibt mir einen Schubs mit einem Kommentar.

Bis morgen

Ah, edit: Beim Nochmal Durchlesen kommt mir grad der Gedanke, dass die letzte Karte was mit dem zu tun hat, was ich selbst nicht so gut (bzw. gar nicht…) kann: Schamanisches Reisen. Na, bin gespannt, ob und was von euch kommt!
 

ARRGH!

oder
MARS II

 

Diese Axt ist von einem kölner Flohmarkt, und es ist eine Sonne darauf und der Name SHIVA

Seit gestern geht Mars also wieder vorwärts, und ich habe den Eindruck, dass damit auch bei vielen von uns das Aggressionslevel angestiegen ist. Viele Leute sind gereizt*.
Ich war gestern in der Schule mehrfach extrem genervt, auf Twitter hat mich auch einiges erbost (Ich hab die Twitter Seite jetzt einfach zugemacht. Ja guck, das GEHT!) und mein Gefährte erzählte Gleiches von seiner Arbeit, sowohl bei ihm als auch bei KollegInnen.

Das hat bestimmt auch mit dem schwülen, anstrengenden Wetter zu tun – und dann könnte ich wieder argumentieren, dass das feuchtwarme Wetter wunderbar zum feurigen Mars im Wasserzeichen Skorpion passt.

Wie dem auch immer sei —

Was mir auch aufgefallen ist, bei mir persönlich, beim Gefährten, bei andern Leuten im wirklichen Leben und beim Lesen diverser Beiträge von euch:

Es werden Grenzen gezogen. Berechtigte Verärgerung und Genervtheit entlädt sich – nicht hilflos strampelnd oder unangemessen heftig, sondern es werden klare, angemessene, heilsame Grenzen gezogen.
So wie es die Gerechtigkeit im Colman Smith Tarot zeigt.
Sie schneidet ab, was zu viel ist, was unpassend ist.
Nicht mehr und nicht weniger. Diese Gerechtigkeit hat die Augen nicht verbunden. Sie sieht klar.

Gut!

Mein Lieblingsastrologe, Robert Wilkinson, der, der noch längere Riemen als ich schreibt, hat zum derzeitigen Mars einen nicht ganz so langen Artikel verfasst, den ich allen mit Englischkenntnissen ans Herz lege:

Mars Stationary Direct at 24 Scorpio Affecting Us Through 2018 Pt. 1

Für diejenigen, die das nicht lesen wollen oder können hier etwas daraus zusammengefasst bzw. stümperhaft übersetzt. Nehmt es nicht zu wörtlich, sondern schaut, was bei euch andockt oder was vielleicht nur einzelne Worte bei euch auslösen:

Die retrograde Mars Zeit ab Mitte April (17. 4.) war eine Zeit nachlassenden Momentums (Schwungs). Die Art und Weise wie wir bestimmte Dinge tun, wurde auseinandergenommen/dekonstruiert.
Es war eine Zeit des Trainings, der Vorbereitung, des Pflegens
als Auftakt für zukünftige Konstruktionen/Muster.
Das Ganze war ein bisschen eine Zeitlupenzeit. Das wird jetzt anders!

Als Mars im späten März so richtig langsam wurde
haben wir etwas auseinandergenommen/abgeschafft oder noch mal gemacht.
Oder wir mussten warten, dass etwas erledigt/getan ist,
damit wir wiederaufnehmen können, was wir aufschieben mussten.

Nach Monaten des Vorbereitens, Planens und Wartens sind wir nun auf einer Rampe,
von der aus neue Aktivitäten und Projekte vorwärts springen.

Wir bewegen uns jetzt auf eindeutige, klar definierte Weise vorwärts.

Wir sind im Februar in Schütze-Skorpion Energie eingetaucht und haben Mitte April (ca. 17. 4.) eine Schwelle erreicht.

Seit dem haben wir neue Techniken erworben um zu lehren und um Fähigkeiten zu lernen, die nicht unbedingt ’natürlich‘ sind, aber für das Leben in der Gesellschaft benötigt werden.
Wir sahen deutlicher, was wir meistern müssen, um zum nächsten Level aufzusteigen (was immer das bedeutet) und mussten während dieses Wachstumsprozesses mutig unserer innere Führung vertrauen / ihr Ehre erweisen.

Weitere Stichworte: Neue Perspektiven auf zukünftige Möglichkeiten – neue Freiheit auf emotionaler und sozialer Ebene – aufflackernde Einblicke in Potenziale – Überarbeitung unserer Anziehungskraft, unseres Begehrens, unserer Art und Weise, Ressourcen und Werte zu teilen – wir stehen an einem Übergang -> frühere Lehren anwenden für zukünftiges, alltägliches Leben. „It’s transformation time!“ Es ist TransformationsZeit!

Wer sich tiefer damit beschäftigen möchte, sollte die genaueren Daten mit Ereignissen/Projekten/Erlebnissen/Plänen im eigenen Leben vergleichen.

Ich hab da bei mir einiges gefunden, u.A. begeisternder Input in der Schule, das Vetchdeck (MA OK), und – da wurde, so wie jetzt auch grad wieder, mein Geburts-Mars mit einem Quadrat getriggert – hilflose Wutanfälle, aus denen schließlich mein Entschluss erwuchs, hier drastisch Müll zu reduzieren.

Denen, die keinen Bock haben, jetzt Daten und Ereignisse und was alles noch zu vergleichen – gosh, da kannste dich verlieren und verwuseln! -, denen sag ich mal wieder:
Es soll tatsächlich Leute geben, die ganz ohne Astrologie ein erfülltes Leben führen.
Für mich ist das grad sehr interessant und inspirierend, und weil es vielleicht ein paar anderen auch was gibt, darum schreib ich davon. Nur eine von vielen Landkarten, nur einer von vielen Realitätstunneln.

Und weil ich ein Foto für den Blogbeitrag brauchte, hab ich doch tatsächlich meine Axt wiedergefunden!


*
Busfahrer: „Nächste Haltestelle Mönchshofstraße.“
Der ganze Bus:FRESSE DA VORNE!
GeeREIZT! – Super Sketch von Badesalz.

Kelche

derweil, während ich diesen Text schreibe
kommt von Godharma Spirit of Nature ein neuer Beitrag und schenkt mir Sound dazu
Hab das Gefühl, ich bin grad so unterwegs:

 

Sechs Kelche   Sieben Kelche   Acht Kelche

Aus den sechs Kelchen durch die sieben Kelche zur Acht der Kelche.

Die sechs Kelche sehe ich in dem Bild von gestern, das den inneren Ort zum sich sicher fühlen und Vertrauen aufbauen in mir zeigt.

Die Prüfung der sieben Kelche sehe ich in dem Text und seinem Enstehen, der auf das Bild folgte.
Das Bild wurde von anderen betrachtet, und ich habe Feedback dazu bekommen.
Daraus ist dieser Text enstanden.
Dann nächste Prüfung: Den Text vor den anderen vorlesen.
Das Geschenk der sieben Kelche: Die Reaktionen nach dem Vorlesen. Ergriffenheit. Und, da bin ich sicher, die andern wissen jetzt mehr über mich. Und es ist gut.

Mit Vertrauen habe ich also eine schöne, heilsame, nachwirkende Erfahrung gemacht.

Und jetzt, in der Nachwirkung, erkenne ich, dass dieses Bild da wirklich :nur: ein innerer Raum ist. Kein wirkliches Ziel. Ein wichtiger Ort, an dem ich Vertrauen finde –

und Vertrauen, merk ich grad, ist ein wichtiges Thema der Kelche

Und nu, von diesem Ort aus auf den Weg! Raus aus dem Hafen in die Welt!
In die Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist viel dunkler und gefährlicher als der Ort auf meinem Bild. Wie im wirklichen Leben halt.

Wie schön, finde ich grad, dass ich einen Leuchtturm gemalt habe :) Ich hab den, wenn ich mich erinnere, ziemlich früh da an die Küste gestellt, als Signal nach Außen und Sicherheit für andere Schiffe. Und nu merk ich: Meinem Bananenboot leuchtet er auch.

Da komme ich zu der Acht der Kelche. Die ich gestern gezogen habe und die mich seitdem beschäftigt, weil das Bild mich berührt hat.

Diese Karte hat eine Nacht in sich, einen Weg ins Ungewisse, der ist auf meinem Bild nur angedeutet mit dem Schiff, das aus dem Hafen fährt.

Und ich frage mich, wie gut weiß der Typ auf dem Bild der 8 Kelche wo sein Weg langeht?

Ich meine nämlich, er müssts wissen.
Ich weiß nämlich nicht, wo mein Weg lang soll, und ich bin frustriert, weil ich nicht drauf komm~

Und ich komme drauf, dass er es nicht weiß.

Dass er alle seine Hoffnungen und Wünsche zurücklässt und nicht weiß, wohin der Weg ihn führt. Er weiß, dass er ihn gehen will, voller Vertrauen, weil der Weg ihn ruft.

edit:
Was ich unbedingt ergänzen möchte: Es geht hier um den emotionalen Aspekt meines Weges. Um die schlichte Erkenntnis, dass ich nicht weiß, ob alles gut wird, dass ich Angst habe, und dass ich trotzdem gehen will. Meinem Herzen folgen, wie’s so schön heißt.

Auf der Acht der Schwerter (Pläne, Ideale), der Stäbe (Begeisterung, Energie, Vision) und der Münzen (Verwirklichung, Struktur, Ort, Ertrag) führen keine Wege ins Ungewisse. Auf den Karten wird fokussiert und konzentriert, da ist Äktschen und Bewegung und schlichtes, fleißiges Tun.

 

Der Kessel, die Labyrinth-Tarot-Legung und was mir sonst noch einfällt…

Oje – seit Tagen schreib ich schon annem Beitrag rum. Themen sind Tarot, die Jahreszeitenfeste, Gottheiten und andere Sachen, die ich in den Kessel geworfen habe und die jetzt hochkochen.
Den Kessel hab ich seit diesem Post angelegt, vor mehr als zwei Monaten. Eine Geschichte zum Labyrinth von gestern ist die erste abgefüllte Essenz aus diesem Kessel. Eigentlich war ja der Plan — „Der Plan ist, dass ich zum Vollmond einen wunderbar wirksamen Zaubertrank habe. Oder so. X)“
Oder so. Ich mach keine Prognosen zu Timing mehr, es kommt ja doch fast immer eh ganz anders.
 

Was sich gefügt hat:
Seit ner Woche oder länger beschäftige ich mich damit, ein Tarot-Legungsmuster zum Labyrinth zu finden.
Dann veröffentlichte Sólveig einen Artikel — Divination und Kommunikation mit Göttern | Tales of an Urban Priestess — der wiederum auf einen Artikel von Myriad verweist — Divination als Kommunikation zwischen Göttern und Menschen | Weaving the Net.

Beide Artikel finde ich informativ und inspirierend. (Inkl. der Kommentare untendrunter. Ich kann wirklich nur empfehlen, bei interessanten Artikeln immer auch nach den Kommentaren zu gucken.) Außerdem hab ich über dieses fröhliche Vernetzen ne alte Freundin gefunden null wink zu Sati.

Viel Input. Und wenn ich den in einem Beitrag zu verarbeiten versuche, geht bei mir oft ein automatisches Schreiben los, indem ich versuche zu erklären, wie ich zu Gottheiten und Magie stehe und wie ich damit wirke.
Ich mag das nicht erklären, solange ich es nicht besser kann als mit dem wortreichen Rumgeeiere, das zur Zeit dabei rauskommt. Vielleicht kann ich es mal; jetzt nicht. Hier&Jetzt: zur Sache!

Ich habe also an einer Tarotlegung zum Labyrinth rumgeknuspert. Die Idee lässt mich nicht los. Anders als Sólveig und Myriam und andere, die die oben verlinkten Artkel kommentiert haben, verwende ich Tarot sehr strukturiert. Ich schließe die Bedeutungen der Karten der kleinen Arkana aus ihrem Element und der Zahl, die Trümpfe haben ein Schlüsselwort, ich habe ein festes Legemuster, das ich seit Jahren verwende. Nur dieses eine Muster.
Die Ergebnisse, die ich damit erziele, sind gut, wenn ich für mich selber lege und wirklich ein Anliegen habe.
Auch gut, wenn ich für andere lege (Leute, die mich darum bitten, haben in der Regel auch ein wirkliches Anliegen).

Naja, ich brauch eigentlich kein anderes Muster, und ich weiß auch noch nicht, ob ein Labyrinth-Legemuster nützlich ist.
Ich poste hier, worauf ich gekommen bin, zum Licht dranlassen. Dinge, die ich hier öffentlich mache, scheinen mir plötzlich viel ‚wirklicher‘

Btw: sorry wg. scheußlich X)

Die Karten 1-4 sind der Weg ins Labyrinth rein. Sie deuten auf das, was abeglegt werden muss.
Die 5 ist das Monster in der Mitte.
6-9 sind die Dinge, die wir beim Rausgehen hinter jeder Biegung als Geschenk finden.

Ich hab mit der Legung noch keine Erfahrungen gesammelt. Sobald ich das tu, erzähle ich hier davon. Und wenn jemand anders die mal ausprobiert, freu ich mich auch sehr über Feedback.

Dann hab ich noch den Jahreszyklus ins Labyrinth gepackt. Aus aktuellen Erfahrungen dieses Jahr hab ich den Eingang auf Lammas gelegt. Ist auch passend, find ich. Ab Lammas geht es merklich in die dunklere Jahreszeit.
Weil ich mich vergimpt habe, ist das alles sehr winzig. (Gimp ist mein Bildbearbeitungsprogramm.)
 

Viel größer brauchts auch nicht sein, weil ich nicht allzuviel damit anfangen kann. Ich halte gar nicht so viel davon, alles in Muster zu pressen. Ich hab allerdings ne starke Neigung dazu 🙂

Vielleicht ist es ja für was gut.