Verlag

Buchgeschäft 1949 Pt.2

Ich schulde ja noch eine Erläuterung zu dem Text im Beitrag vorher. Er stammt aus einem „Rotationsroman“ des Rowohltverlags, der damit nach dem Krieg die deutsche Bevölkerung mit Literatur versorgt hat. Richtige Bücher waren teuer in der Herstellung und natürlich in der Anschaffung, darum – ach, es steht in der Wikipedia:
Ein Rotationsroman ist ein im Zeitungsformat hergestellter Rotationsdruck. Bedingt durch den Mangel an Materialien und den enormen Nachholbedarf der Leser an guter, besonders ausländischer Literatur in der Nachkriegszeit, kam Heinrich Maria Ledig-Rowohlt auf die Idee, Bücher im Rotationsdruck auf Zeitungspapier herzustellen (Rowohlts Rotations-Romane). Aus den Rotationsromanen entstanden dann später die rororo-Taschenbücher.

Was mich daran, und auch an  „Ein Wort an unsere Leser“ berührt, ist die Geisteshaltung dahinter, die sich so schwer in unsere heutige Zeit überträgt. Kaum zu glauben, dass es dem Verlag tatsächlich um die SACHE ging: die geistig ausgehungerten Leute mit anspruchsvoller, bildender Literatur zu versorgen.
Auch das Schimpfen über „Nachahmer“ mit „dümmster und schädlichster Kolpatageliteratur“ (was immer das ist…) ist kein Kampf um Marktanteile. Im letzten Absatz wird „Die Pest“ von Camus empfohlen: „Wir verweisen die interessierten Leser auf die Buchausgabe im Karl Rauch Verlag.“

Hier mehr dazu: http://www.rowohlt.de/verlage/ueberuns/Chronik-1931-1949

 

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