widerlich deutsch

SKANDAL! Immer mehr Minarette in deutschen Städten!

 
Und auch noch höher als der wunderschöne Kirchturm!
 
 
Untergang des Abendlands.
 
 
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Das Universum sorgt für mich

Facebook-Nutzer führt Ausländerhasser vor

Ein Facebook-Nutzer trickst rechte Kommentatoren aus. Mit einem Fake-Bild zu angeblichen Gutscheinen für Flüchtlinge löste er eine Empörungswelle aus. Dann wandelte sich die Statusmeldung bei allen.

Die Trojaner-Statusmeldung

Die Trojaner-Statusmeldung Foto © Facebook

Weiterlesen, falls es tatsächlich jemand (außer mir bis eben) noch nicht mitbekommen hat:
Trojaner im Netz – Facebook-Nutzer führt Ausländerhasser vor > Kleine Zeitung

Was tun mit der Wut

„Mögest du in interessanten Zeiten leben!“
Chinesischer Fluch

Ich bin gebügelt von den Nachrichten, die mein Gefährte bei gmx vorfindet und mir weitererzählt, von brennenden Flüchtlingsheimen. Von dem Bus voller Flüchtlinge, der von verbrecherischen Volksverhetzern aufgehalten wurde, wo die Polizei zuschaut und schließlich verängstigte Kinder im Schwitzkasten rauszieht, und dann erzählt, die seien ja selber schuld, sie hätten sich gewehrt. (Wahrscheinlich haben Focus, Bild, Welt etc. aufregendere Artikel, hier was dazu von der ruhigeren FAZ. Reicht mir.)

Ich bin angewidert, ich bin den Tränen nahe, ich könnte kotzen, ich könnte Sachen durch die Wohnung schmeißen und schreien, ich könnte auf die Straße rennen und dem nächsten armen Typen, der auch nur vage aussieht wie Söder oder Seehofer eins in die Fresse haun-
Ich will das nicht. Ich kenne diese hilflose, verzweifelte Wut von früher. Ich will das nicht mehr.
Mein Gefährte und ich, wir versuchen, uns zu beruhigen. Wir versuchen, uns nicht selber zu hassen, weil es uns so gut geht. Wir leben im Überfluss und haben sogar von den allerrechtesten Geistesgestörten nichts zu fürchten, weil wir beide blaue Augen haben und besser deutsch können als die meisten unserer stolzdeutschen MitbürgerInnen. Ich will mich deswegen nicht schuldig fühlen!

Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Ich will umweltfreundlich leben, ich will aus dem Konsumterror raus. Ich will den nicht um mich rum haben. Ich will auch keine wahnsinnigen, gewalttätigen, rechten Bürger-Terroristen um mich rum haben. Ich will nie mehr volksverhetzende Scheiße von irznwelchen AfD Leuten hören oder lesen.

Und ich will auch nicht so wütend werden, dass ich irnzwann mit der Axt um die Häuser renne und meinen Teil zur Gewaltspirale beitrage.
Niemandem ist geholfen, nichts ist besser geworden, wenn es mir schlecht geht oder wenn ich selber zur Brandstifterin werde, auch wenns – meiner Meinung nach – ‚die Richtigen‘ treffen würde.

Ich sag mir, das wird dieses Jahr noch viel schlimmer werden. Es war immer immer schlimm auf der Welt, so ca. seit 8000 Jahren. Nur, es kommt uns immer näher. Vordem war das halt früher oder woanders. Jetzt kommt es immer näher, die Ausbeutung, die ausgelebte Nazimentalität.

Ich bin sicher: Unsere interessanten Zeiten sind eine Zeit der Entscheidung. Wir müssen uns offen bekennen, wir müssen konsequent handeln. Wir müssen uns für eine Seite entscheiden.

Und das erst mal so Verwirrende dabei: Es stellt sich nicht die Frage nach ‚links‘ oder ‚rechts‘. Es stellt sich die Frage, mit welchen Mitteln wir kämpfen wollen, und an welcher Front.

Denn die Mittel heiligen den Zweck.

Und das bedeutet für mich: Klar geh ich auf ne Demo, wenn es sich fügt. Klar unterzeichne ich Petitionen und spende kleine Beträge für wichtige Zwecke, wenn Avaaz, Campact, SumOfUs, Walkfree, We Move, Sea Shepherd etc. darum bitten. Klar verteilen wir Anti-TTIP-Türanhänger in der Nachbarschaft.

Und vor allem gebe ich meinen hilflosen Zorn ab. Ich will den nicht. Ich gebe meinen Zorn und meine Wut der Erde, KALI, TARA ~ sie weiß, was damit zu tun ist. Das ist nicht meine Entscheidung, ich habe kein Recht auf Vergeltung, Sühne, Gerechtigkeit. Das liegt nicht in meiner Hand. Ich hab mit mir selber genug zu tun: Heil sein, in meine Mitte finden. Nur wenn ich dort bin, kann ich heilsam wirken, und das maße ich mir ja an: Ich will heilsam wirken.

Wie das geht, das muss ich lernen. Üben. Ausüben. Das ist jetzt gefragt, wir alle sind gefragt. Und ich vertraue darauf, dass die Menschen Frieden wollen und heilsames Sein verwirklichen. Ich hoffe nicht, und ich warte nicht – ich VERTRAUE darauf, weil ich sehe, dass viele andere Menschen so fühlen, sich entscheiden, dementsprechend handeln. Hier wächst z.B. etwas auf dem Boden von Foodsharing: YUNITY

Es gibt viele Menschen, von denen ich lernen kann – und ich will mich vernetzen. Ein Schritt nach dem anderen.
„Nach innen spirituell, nach außen politisch“ hat Heide Göttner-Abendroth gesagt.

 
edit:
Das ist ja nicht das erste Mal, dass mich dieses Thema umtreibt. Ein schönes Zitat dazu, das mir grad gut tut, findet sich hier: Jenseits von Bekämpfen oder Mitmachen.

„Vater, warum bist du so seltsam?“

Ich hab echt anderes zu tun, ich muss packen, aber wir haben gestern abend noch einen Film gesehen, der ein solcher Stinker war, dass ich eine Rezension dazu ablassen möchte. Sie wird sehr kurz.

Die Kolik der Kühe 2005 – Alternativtitel „Antikörper“
Eine modisch-amerikanisch erzählte und doch so schrecklich deutsche, tiefkatholische sado-maso Peinlichkeit mit latenter und übelst verzerrter Homoerotik.
Spielt in einem Land das nie war und immer sein wird: Fernsehdeutschland. Das tote Land, das wir alle aus der Glotze kennen.
Unsagbar schlechte Dialoge (die aber leider doch aufgesagt werden).
Besonders erschreckendes Knattergecharge von Heinz Hoenig als Heinz Hoenig.
Und zum Schluss gibts Gollum-Bambis, die eine Botschaft des HErrn überbringen.

„Bring noch etwas Schorle mit.“

1 Punkt von 10.

 
Oke, Das musste raus. Sorry. Muss packen.

Vollmond und die GröFlAZ von Schifferstadt

Vollmond ist schon wieder vorbei. Es ist kühl geworden. Gestern saßen wir noch in einem Haufen netter Leute vorm Lokal und ich lauschte einer Diskussion über Das Kapital und ob der Marxismus wirklich schon gescheitert sei.
Wunderbar, dachte ich, als ich in den 20ern war, war ich unglücklich, weil ich dachte, solche Gespräche hab ich verpasst.
Außerdem dachte ich Warum immer reflexartig Marx, wenn das Wort Kapitalismus fällt? Könnwa ma ins Hier&Jetzt kommen?

Am Sonntag hatte ich unerfreuliche Erfahrungen aufm Schifferstädter Flohmarkt gemacht.

Auf nach Schifferstadt.


(Das ist allerding über/in LU.)

Abkassiert (unverhältnismäßig teuer), eingewiesen, zurechtgewiesen und informiert darüber, was verboten sei, wurden wir von der Größten Flohmarkteinweiserin Aller Zeiten. So ne, sorry, fette Mittelalte mit schwarzgefärbten Haaren, die z.B. entrüstet übern Platz plärrte, der große Schirm da müsse weg, es sei ein Pavillon angemeldet, kein Schirm. Dann machte GröFlAZ ein Foto, ums dem Chef zu schicken. Das weiß ich, weil sie auch das lautstark übern Platz plärrte.
Großes Kino.
Der Händer mit dem Schirm blieb unbeeindruckt, auch der Schirm blieb.
Immerhin, Chef hat sich bestimmt über das Foto gefreut. Und bestimmt noch mehr über die Beschwerde-Anrufe, die er später wg. der GröFlAZ bekam.

Der Markt war übrigens schlecht besucht (darum waren die unverschämten 30.- € Standgebühr schon beim Einfahren zu entrichten), sowohl von Händlern als auch von Kunden. Kein Wunder, da die GröFlAZ alle Kunden, die es wagten, vor 10h aufzutauchen, im Kommandoton vertrieben hat.
Wir hätten, wenn wir der GröFlAZ gehorcht hätten, auch erst um 10h aufbauen dürfen.

Manche böse Menschen (Ausländer!) hatten Planen an ihre Pavillons gehängt. Dahinter spielte sich zweifellos Unvorstellbares ab: Stände wurde unerlaubt vor 10h mit Waren bestückt.
„Was die da hinter den Planen machen!“ entrüsteten sich natürlich einige unserer braven, gesetzestreuen MitstandlerInnen. „Die bauen bestimmt schon auf, das dürfen die nicht! Das ist verboten!“
Als wir dann auch vor der Zeit mitm Aufbauen anfingen, kippte diese Einstellung und alle machten mit, so dass sich die anfangs noch zeternde GröFlAZ ihrer Macht beraubt von dannen trollte.

Da war noch mehr mit der GröFlAZ, noch viel mehr, und ich habe keine Lust, darüber zu berichten.

So manch andere MitstandlerInnen waren auch nicht angenehmer.
Für jedes Mal, das wir über die Flohmarktleitung und -führung schimpften, erwähnten unsere MitstandlerInnen Die Ausländer bzw. erbosten sich über Das Publikum (Ausländer).
Ausländer… achja, das sind die Leute, die auf Flohmärkten in der Regel mehr als die Hälfte vom Umsatz reinbringen. Ganz normale Leute. Viele nett, manche nervig.
Meine nervigste Kundschaft an dem Tag waren zwei deutsche Wiederverkäufer, die nicht mit absurden Preisvorschlägen aufhörten, auch nachdem ich schon acht bis neumal „Nein. NEIN. NEIEN!“ gesagt hatte.
Achja, und der Mitstandler, der einen flimsigen Modeschmuck-Ring aus angeblich Silber gegen zwei meiner Whisky-Tumbler eintauschen wollte und uns nach Relikten aus dem Dritten Reich fragte. („Vibes davon gibts hier reichlich“, sagte ich genervt, aber das drang irznwie nicht zu ihm durch.) Und der einfach nicht glauben wollte, dass wir sowas nicht haben. Nein, auch keine Postkarten. NEIN, auch keine Dokumente. NEIEN. SOWAS HABEN WIR NICHT.
Sollte ich je den Orden von meim Opa erben, den mein Däd noch hat, dann werde ich den vernichten, das ist mal sicher. Bevor irgendein #!<%$3& sich damit toll fühlt.

Für die viele Neuware aufm Markt (auch so ein Umsatz- und Atmosphäre-Killer) war übrigens nach Meinung diverser MitstandlerInnen nicht die Marktleitung verantwortlich (die auf ihrer Website übringens „ohne Neuwaren“ behauptete – genau deswegen sind wir ja zu diesem Flohmarkt hin), sondern das war Schuld dieser Händlerbanden — alles Ausländer, versteht sich.

Es war noch mehr Unerfreuliches, viel mehr, und ich habe auch da keine Lust, weiter zu berichten.

Ein zutiefst deutsches Erlebnis der widerlichsten Art.
Da hauchten mich Höllenschwaden aus einem Realitätstunnel an, den ich nicht haben will. Ich will wirklich, dass der weg geht.

Und ich werde nie mehr einen von der Firma Reis organisierten Flohmarkt besuchen, weder als Händlerin noch als Kundin.

Ich will lieber noch Fotos von was Schönem, Kreativen zeigen. Vom Mannheimer Brückenaward am Neckar am Abend vorher, als Vollmond war. Ein wundervolles Open Air Konzert, Eintritt frei.