Zivilisation

Neujahrsmails

Habe sehr schöne Mails bekommen, freu mich! 

In einer der Mails war der Link zu einem Video, wundervoll ‚altmodisches‘ Lied (ganz leichter HAIR-Flair).

Es sind ja alle so froh, dass 2016 vorbei ist. Wusste wer von euch, dass es im Oktober 2016 einen Friedens-Marsch von Frauen in Israel gab, Palestinenserinnen und Israelinnen, Muslimas, Christinnen und Jüdinnen?

Ich wusste das nicht!

2016 war ein gutes Jahr, so wie jedes Jahr. Ich finde, es war ein außergewöhnlich ehrliches Jahr – in dem Sinne, dass viel Wahrheit ans Licht gekommen ist über den Zustand der Zivilisation und uns selbst.
Eine Feundin (hallo! ) hat gesagt, dass es mit unserer Zeit so ist, als würde eine seit Jahrtausenden verkrustete Pfanne ENDLICH geschrubbt. Da kommt natürlich erst mal der ganze Schmodder hoch. Nicht schön. SEHR Not-wendig.

Wir sind mächtig. Und oh, wir haben zu tun.

 

Prayer Of The Mothers | Yael Deckelbaum | יעל דקלבאום

On October 4, 2016, Jewish and Arab women began with the joint „March of Hope“ project.

Thousands of women marched from the north of Israel to Jerusalem in a call for peace. A call that reached it’s peak on October 19th, in a march of at least 4,000 women half of them Palestinian, and Half Israeli, in Qasr el Yahud (on the northern Dead Sea), in a joint prayer for peace.

The very same evening 15,000 women protested in front of the primeminister’s house in Jerusalem.

The marches were joined by the Nobel Prize for Peace winner Leymah Gbowee, who lead to the end of the Second Liberian Civil War in 2003, by the joint force of women.

In the song, Yael Deckelbaum combined a recording of Leymah, sampled from a youtube video in which she had sent her blessings to the movement.

Energiehaushalt

Irnzwie erzähl ich auch immer das Gleiche, mit kleinen Varianten, bear with me…
Aaalso.
Gestern hat mich online mal wieder was irritiert, und ich habe geübt, dem keine Aufmerksamkeit zu geben. Abends im Bett habe ich gespürt, dass es mich trotzdem wurmt. Ich habe mein Orakel gefragt, ob ich da alte Muster auflösen muss, ob da ein altes, unheilsames Programm in mir ausgelöst wurde. Die Frage habe ich eher aus Höflichkeit gestellt, weil ich ja ‚wusste‘, dass es so ist.

Das Orakel hat „nein“ gesagt.

Ich war überrascht und habe gefragt, ob mein Ärger eine gewisse Berechtigung hat, ob da jemand über meine Grenze gelatscht sei.
Antwort: „ja“.

Durch diesen kleinen Austausch mit meinem Orakel war mein Ärger fast ganz verschwunden. Der Rest ging dann weg, als ich das ‚innere Nein‘ ausgesprochen habe. Nein! zu dieser Grenzüberschreitung!

Damit ist das erledigt und gut. Und ich bin sicher, dass ich zukünftig schneller merke, wenn wer über meine Grenze latscht, und, noch viel besser, bald gar nicht mehr dazu einlade.

Ich hatte außerdem gestern ein Telefongespräch mit meiner Mutter. Wir kamen auch auf den Usa-Wahlkampf. Ich persönlich bin ja der Meinung, dass es ziemlich wurst ist, wer gewinnt. Die sind beide ganz schrecklich, und das Problem sind auch nicht diese beiden Horrorfiguren. Die sind, genau wie Hitler damals, nicht das Problem. Das Problem ist der Sumpf, aus dem sowas wächst, nach oben kommt und gewählt wird. Und ich habe auch keine Lust mehr, das als „Problem“ zu sehen. Probleme sind dazu da, gelöst zu werden. Wir haben hier keine Probleme, wir haben Symptome. Ich seh das so, wie Susanne auf ihrem Blog das in der Astrovorschau für die nächsten zwei Wochen gesagt hat. Clinton und Trump sind Manifestationen unserer Ängste.

Eya, da wollte ich gar nicht so viel zu schreiben. Ich wollte ganz was anderes erzählen, nämlich wie so ganz normale, selbstverständliche Mistmuster abgehen. Etwas, das in mir grad auch einen gewissen, reinigenden Zorn auslöst.

Das Mistmuster hier: Ich sag meiner Mutter, dass mich Trump nicht besonders beunruhigt, und sie, statt mal zu fragen, warum das so ist, weils ihr selbst vielleicht auch weiterhelfen könnte, erklärt mir stattdessen wortreich, warum ich beunruhigt sein müsse. Warum ich Sorgen und Angst haben müsse.

In welchem facking Gesetzbuch steht, dass ich Angst und Sorgen wg. des Usa-Wahlkampfes haben müsse?!?

  1. Wenn die Usa nach der Wahl den 3. Weltkrieg anfingen, dann bestimmt nicht, weil ich mir vorher darüber keine Sorgen gemacht habe.
  2. Ich persönlich – ich oute mich jetzt und offenbare meine tiefe, spirituell-magische Überzeugung: Ich persönlich bin SICHER, dass genau diese Ängste und Sorgen die Ursache für den Wahnsinn sind, der jetzt tobt. Je mehr wir uns Elend und Not vorstellen (’seriöse‘ Nachrichten genauso wie Katastrophenfilme im Kino und Fernsehen tun ihren Teil dazu), desto wahrscheinlicher werden sie.

Ich hab schon vor vielen Jahren, lange bevor andere spirituelle LehrerInnen mir genau das bestätigt haben, lange, bevor ich mein wundervolles, geliebtes I Ging Buch hatte, diese Information vom I Ging bekommen. Das war in den 80ern, ich hatte was über den Antennenwald in Alaska, HAARP, gelesen. Ich fühlte mich überlegenen bösen Mächten ausgeliefert; ich hatte Angst. In meiner Not fragte ich das I Ging dazu und bekam „innere Wahrheit“ mit zweiter bewegter Linie. Vor allem der Kommentar von Kung Tse hat mich damals bis ins Herz getroffen.

Der Edle weilt in seinem Zimmer. Äußert er seine Worte gut, so findet er Zustimmung aus einer Entfernung von über tausend Meilen. Wieviel mehr aus der Nähe. Weilt der Edle in seinem Zimmer und äußert seine Worte nicht gut, so findet er Widerspruch aus einer Entfernung von über tausend Meilen. Wieviel mehr noch aus der Nähe! Die Worte gehen von der eigenen Person aus und wirken auf die Menschen. Die Werke entstehen in der Nähe und werden sichtbar in der Ferne. Worte und Werke sind des Edlen Türangel und Armbrustfeder. Indem sich diese Angel und Feder bewegen, bringen sie Ehre oder Schande. Durch Worte und Werke bewegt der Edle Himmel und Erde. Muss man da nicht vorsichtig sein?

Ich habe mir das so übersetzt: Ich hocke in meinem Zimmer und habe Angst. Das hat Wirkung! Alles, was ich denke und empfinde, wirkt. Muss ich da nicht vorsichtig sein?

Neil Kramer spricht mir aus dem Herzen, wenn er in einem Interview dem jungen Verschwörungstheoretiker, der ihm aufzählt, was Sie alles Schreckliches mit uns machen, sagt: „Don’t be disheartened! It’s an indulgence! STOP IT!“(‚Sei nicht verzagt/mutlos! Das ist Schwelgerei! Hör auf damit!“)

Jo.
Aber nein, meine Ma gibt die volle Ladung Angst an mich weiter, die sie sich durch Zeitunglesen und Nachrichtengucken eingefangen hat. Meine Ma, ehemalige Journalistin, ist nach den Maßstäben der Normalität SEHR gut informiert. Leider…

Heute morgen wach ich dann auf, und der Mist steigt in mir hoch und ich denke an Trump, was alles passieren könnte, wenn er gewinnt, und ich habe Angst.

Und dann, davon erzähl ich ja seit einiger Zeit immer wieder, MERKE ich, dass ich Angst habe wegen etwas, worauf ich keinen Einfluss habe — außer durch meine Gedanken und Empfindungen.
Und diesmal halte ich mich nicht mehr damit auf, mir zu erklären, warum ich keine Angst haben brauch — das funktioniert nicht, denn realistisch betrachtet tobt auf der Welt nun mal der Wahnsinn. Sondern ich mach gleich das, was heilsam ist, funktioniert, sich bewährt hat: Ich sage NEIN. Ich verbitte mir diese schädliche, sinnlose, energiezehrende Angst. Fuck off!

Bingo. Angst weg. Es funktioniert. Weil es WAHR ist (- zumindest in meinem Hier&Jetzt).

Sehr heilsam für den Energiehaushalt.

Eine weitere Übung, die ich neuerdings mache:

Wenn ich in der Stadt unterwegs bin, richte ich meinen Blick so gut wie gar nicht auf Leute. Wenn ich mir die Leute angucke, dann gehen sofort so innere Filme los wie „warum guckt die so komisch?“, „wie sind die denn drauf?“, „ah, gefalle ich dem?“ „oje, die sieht traurig aus“ etc.pp.
Ich richte meinen Blick auch möglichst nicht auf Schaufenster. Auch nicht auf Werbeplakate, Zeitungsautomaten, und vor allem nicht auf Schrift. Oh, es ist so viel Schrift überall, und ich habe bis neulich so ziemlich alles gelesen.
Und zu fast allem, was ich sehe, aufnehme, lese, habe ich dann sofort ne Meinung gehabt. Es eingeordnet, darüber nachgedacht, etwas empfunden, und wenns nur paar Sekunden waren.

Sowas kostet Kraft, die ich lieber für Leute bzw. Wesen zur Verfügung habe, mit denen ich wirklich im Austausch bin. Und für mich selber.

Wo ich stattdessen hingucke: Pflanzen. Nicht nur die kleinen Unkräutchen in den Ritzen am Boden. Die liebe ich sowieso. Neuerdings weiß ich auch viel besser, wo in der Stadt überall Bäume wachsen. Wo die Leuts was auf den Balkonen haben. Wo’s von Dächern wuchert. In der Fuzo ist mir zum ersten Mal eine Fassade aufgefallen, die ganz und gar begrünt ist.

Außerdem guck ich auf Vögel und in den Himmel. Der Himmel, habe ich den Eindruck, schenkt mir Energie, vor allem, wenn er – sei es viel oder nur wenig – von Sonnenlicht durchleuchtet ist. Ich suche Orte, wo ich hochgucke und nur Himmel im Blick habe. Noch keinen gefunden. Auf der Brücke fast.

Jo. Ich wollte heute eigentlich gar keinen Blogbeitrag schreiben, und dann wars mir plötzlich ein Bedürfnis.

Mädchen

Mädchen.
Ich habe mit diesem Wort immer Schönes verbunden.

Ich habe mich grad selbst überrascht, als ich beim Ansehen dieses Videos in Tränen ausgebrochen bin, als die wirklichen Mädchen, die vor der Pubertät, zeigten, was es bedeutet, wie ein Mädchen zu rennen und zu werfen.

 

Ich bin froh, dass mich das zum Weinen bringt. Ich wache auf.

 

Das wars dann mit dem Onlinebanking

Wie ich sehe muss ich  Ende des Jahres die Bank wechseln. Ich bin bei einer lokalen münchener Bank (nein, nicht bei der „Münchner Bank“, und auch nicht bei der Sparkasse) und regele alles übers Onlinebanking, weil die hier in Mannheim natürlich keine Filialen haben.

Ich muss dann eine mannheimer Bank finden, die einigermaßen sozialverträglich ist und hier Filialen hat, so dass ich meine Bankgeschäfte wieder mit Zettel und Papier vor Ort ausführen kann. MEH.

Naja, früher gings nur so, hab ich auch geschafft, also was solls.

Trotzdem auch hochgradig ärgerlich, weil ich online-Banking SEHR praktisch finde. Nur werden jetzt – auf Ansage der Bankaufsicht, wer immer das ist – die Listen mit den TAN Nummern, die ich bin dato immer zugeschickt bekam, abgeschafft.

Sattdessen kann mich mir meine TANs per SMS auf mein Händi schicken lassen. Nö.
War nicht genau das die Ursache für das Kontoknacken, das vor gar nicht so langer Zeit bei der Postbank für viel Ärger gesorgt hat?
Außerdem – da bin ich halt stur – seh ich nicht ein, dass nur online-banken darf, wer auch ein Händi hat. Echt, seh ich nicht ein. Und insgesamt ist mir nicht wohl bei diesen geSMSten TANs, also mach ich das nicht.

Alternativ könnte ich mit einer „SecureApp“ „sichere Freigabe ohne TAN“ genießen – ja, wenn ich ein Schmartfon hätte. Was ich nicht hab. Habs noch nie vermisst. Und selbst wenn ich eins hätte: Bei sowas ist mir noch unwohler. Also nein.

Und dann gibts noch die Superlösung für so paranoide Händimuffel wie mich: die chipTAN. Wow. So geil. Da darf ich mir für knappe 10,- € ein batteriebetriebenes Gerät bestellen, das mir in Verbindung mit meiner Kundenkarte eine nur kurz gültige TAN generiert. Das sieht tatsächlich sicher aus.
Nur – ich hab genug Elektrokram in der Bud. Und ich will nichts mit Batterien. Ich will überhaupt nichts mehr aufgedrängt bekommen, das Strom frisst und aus Plastik ist. Auch wenns nur gaaaanz gaaanz wenig Strom ist.
Hey, ich bin grad dabei, zu minimieren und abzuschaffen. Wenn hier was Strom frisst, dann ist das mein Sojamilchmacher. Und ich hab, sorry, ich hab auch keine 10.- € dafür übrig. Da kauf ich mir lieber für 15.- € ein Set waschbarer Baumwollbeutel zum Gemüse-Einkaufen.

Och, Vetch, du bist albern und stur, das ist doch nur ein kleines Gerätchen, superpraktisch, am Ende stehst du ohne Giro-Konto da! (Das wird nämlich vielleicht gar nicht so einfach, ne neue Bank zu finden.)

Meine Bank kann nichts dafür. Wie ich eben am Telefon erfahren habe, müssen das alle Banken jetzt so machen.

Das ist blöd, deswegen kann ich aber trotzdem nicht bei meiner Bank bleiben, weil ich nun mal ab und zu ein Konto zum Überweisen brauch.

Und weil das jetzt alle Banken so machen müssen, genau darum mach ich da nicht mit.
Das wird im Großen nichts ändern – für mich ist das wichtig.
Ich lass mich nicht einlullen und zu was bringen, das mir gegen den Strich geht, nur weil die allermeisten anderen das widerspruchslos mitmachen. Die Lady am Telefon eben war auch ziemlich genervt, dass ich die tollen Alternativen nicht annehme und ich den supergeilen TAN-Generator nicht haben will. Sie kann ja auch nichts dafür, und ich habe auch nicht gemeckert. Trotzdem habe ich sie erbost. Da wird sozialer Druck ausgeübt, wenn du nicht mitmachst bei dem, was uns als normal und notwendig angeschafft wird.

Nicht mit mir, no way. Ich finde eine Lösung. Hab ja noch paar Monate Zeit.

Was tun mit der Wut

„Mögest du in interessanten Zeiten leben!“
Chinesischer Fluch

Ich bin gebügelt von den Nachrichten, die mein Gefährte bei gmx vorfindet und mir weitererzählt, von brennenden Flüchtlingsheimen. Von dem Bus voller Flüchtlinge, der von verbrecherischen Volksverhetzern aufgehalten wurde, wo die Polizei zuschaut und schließlich verängstigte Kinder im Schwitzkasten rauszieht, und dann erzählt, die seien ja selber schuld, sie hätten sich gewehrt. (Wahrscheinlich haben Focus, Bild, Welt etc. aufregendere Artikel, hier was dazu von der ruhigeren FAZ. Reicht mir.)

Ich bin angewidert, ich bin den Tränen nahe, ich könnte kotzen, ich könnte Sachen durch die Wohnung schmeißen und schreien, ich könnte auf die Straße rennen und dem nächsten armen Typen, der auch nur vage aussieht wie Söder oder Seehofer eins in die Fresse haun-
Ich will das nicht. Ich kenne diese hilflose, verzweifelte Wut von früher. Ich will das nicht mehr.
Mein Gefährte und ich, wir versuchen, uns zu beruhigen. Wir versuchen, uns nicht selber zu hassen, weil es uns so gut geht. Wir leben im Überfluss und haben sogar von den allerrechtesten Geistesgestörten nichts zu fürchten, weil wir beide blaue Augen haben und besser deutsch können als die meisten unserer stolzdeutschen MitbürgerInnen. Ich will mich deswegen nicht schuldig fühlen!

Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Ich will umweltfreundlich leben, ich will aus dem Konsumterror raus. Ich will den nicht um mich rum haben. Ich will auch keine wahnsinnigen, gewalttätigen, rechten Bürger-Terroristen um mich rum haben. Ich will nie mehr volksverhetzende Scheiße von irznwelchen AfD Leuten hören oder lesen.

Und ich will auch nicht so wütend werden, dass ich irnzwann mit der Axt um die Häuser renne und meinen Teil zur Gewaltspirale beitrage.
Niemandem ist geholfen, nichts ist besser geworden, wenn es mir schlecht geht oder wenn ich selber zur Brandstifterin werde, auch wenns – meiner Meinung nach – ‚die Richtigen‘ treffen würde.

Ich sag mir, das wird dieses Jahr noch viel schlimmer werden. Es war immer immer schlimm auf der Welt, so ca. seit 8000 Jahren. Nur, es kommt uns immer näher. Vordem war das halt früher oder woanders. Jetzt kommt es immer näher, die Ausbeutung, die ausgelebte Nazimentalität.

Ich bin sicher: Unsere interessanten Zeiten sind eine Zeit der Entscheidung. Wir müssen uns offen bekennen, wir müssen konsequent handeln. Wir müssen uns für eine Seite entscheiden.

Und das erst mal so Verwirrende dabei: Es stellt sich nicht die Frage nach ‚links‘ oder ‚rechts‘. Es stellt sich die Frage, mit welchen Mitteln wir kämpfen wollen, und an welcher Front.

Denn die Mittel heiligen den Zweck.

Und das bedeutet für mich: Klar geh ich auf ne Demo, wenn es sich fügt. Klar unterzeichne ich Petitionen und spende kleine Beträge für wichtige Zwecke, wenn Avaaz, Campact, SumOfUs, Walkfree, We Move, Sea Shepherd etc. darum bitten. Klar verteilen wir Anti-TTIP-Türanhänger in der Nachbarschaft.

Und vor allem gebe ich meinen hilflosen Zorn ab. Ich will den nicht. Ich gebe meinen Zorn und meine Wut der Erde, KALI, TARA ~ sie weiß, was damit zu tun ist. Das ist nicht meine Entscheidung, ich habe kein Recht auf Vergeltung, Sühne, Gerechtigkeit. Das liegt nicht in meiner Hand. Ich hab mit mir selber genug zu tun: Heil sein, in meine Mitte finden. Nur wenn ich dort bin, kann ich heilsam wirken, und das maße ich mir ja an: Ich will heilsam wirken.

Wie das geht, das muss ich lernen. Üben. Ausüben. Das ist jetzt gefragt, wir alle sind gefragt. Und ich vertraue darauf, dass die Menschen Frieden wollen und heilsames Sein verwirklichen. Ich hoffe nicht, und ich warte nicht – ich VERTRAUE darauf, weil ich sehe, dass viele andere Menschen so fühlen, sich entscheiden, dementsprechend handeln. Hier wächst z.B. etwas auf dem Boden von Foodsharing: YUNITY

Es gibt viele Menschen, von denen ich lernen kann – und ich will mich vernetzen. Ein Schritt nach dem anderen.
„Nach innen spirituell, nach außen politisch“ hat Heide Göttner-Abendroth gesagt.

 
edit:
Das ist ja nicht das erste Mal, dass mich dieses Thema umtreibt. Ein schönes Zitat dazu, das mir grad gut tut, findet sich hier: Jenseits von Bekämpfen oder Mitmachen.

Zeit ohne Namen

Wir haben hier einen Haufen Geschenke. Das ewige Tee-Ensemble mit Kandiszuckersticks, Badeschaum und Shampoo, immerhin Aufstriche von Alnatura, die mag ich wirklich! Und noch Zeugs. Überreicht in diesen bedruckten Papiertüten, als wir gestern meim Schnusel seine Leut besuchten. Von seiner Mutter sind da u.A. dabei: drei hässliche grüne Metallschüsseln mit Plastikdeckeln, von Aldi, gekauft im September. Ich weiß das so genau, weil noch der Kassenzettel in der Schachtel drinlag. War ein größerer Einkauf, da hatse wahrscheinlich die Schüsseln gesehen, sahen irnzwie nach was aus, waren billig, also kaufen, aufheben. Kassenzettel dazu, wg. vielleicht umtauschen. Das Haus ist so voll mit altem, sehr altem und nagelneu-unberührtem billigen Zeugs. Alles aufheben.
Manchmal wird etwas rausgepuhlt und der besuchenden Verwandtschaft als Geschenk überreicht. Ab auf dem Flohmarkt damit. Und das war das Letzte Mal. Ich will NIE WIEDER wahllose Geschenke von Leuten, die uns was schenken, weil man das so macht zu Weihnachten.

Oh, ich könnte ein Buch schreiben über dieses Weihnachten. Aber ich machs nicht, weils zu indiskret wäre. Insgesamt wars gut. Dieses Jahr hatten wir alles super organisiert, wir haben alles stressfrei geschafft, wir hatten wenige aber ausgesuchte Geschenke für alle (so viele warns eh nicht), wir kamen immer pünktlich, wir hatten null Streit. Ich hab auch die Kalender für meinen Däd und für meine Ma fertig bekommen.

Parallel dazu hatte ich nach einem Update kein Internet mehr, was auch gut war, denn ich hatte zu tun. Im Moment bin ich über ein Life-System im Netz. Da hab ich jetzt mit zu tun, meinen Computer neu einzurichten.

Spirituell zum Jahreswechsel und zu all dem, was die Zeit mitbringt, habe ich gezielt GAR NICHTS getan bis jetzt, und ich habe auch nichts geplant.
Ich bin zufrieden damit, wie die Dinge sich fügen. ‚Klarheit‘ ist ein Schlüsslwort.

Wir haben einen Tag vor der Sonnenwende die Wohnung gründlich geputzt, das Timing war Zufall und es war ein sehr gutes Gefühl. Ich habe einmal Karten gelegt und zweimal das I Ging befragt, weil ich konkrete Fragen hatte. Es geht nach wie vor und immer wieder zum Thema Geld und meiner Einstellung dazu. Achja, vgl. langsamer leben Amen. Und work in progress.

Jo, und es ist immer noch Ausnahmezustand zwischen den Jahren. Das jetzt ist ein Zwischenstop, ein Verschnaufen nach Köln und Pfalz und der Vorbereitung von einem kahlem Computer mit Life-System aus.

Bald ist Sylvester, da sind wir mit netten Leuten in einem Lokal, alle bringen was zu essen mit, ich freu mich drauf. Am 1. hab ich Geburtstag, und dann muss ich noch nach München.

Und jetzt will ich mich erst mal bisschen einpendeln. Verschnaufen.

Traum

Den Traum hatte ich gestern Morgen, da hatte ich keine Schule und bin nicht grad früh ausm Bett gekommen. Der Wecker ging zwar, weil ich mich daran gewöhnen möchte, jeden Tag wieder früher aufzustehen, aber ich hab dann noch mal kurz die Augen zugemacht, und als ich sie wieder aufschlug, wars halb 10. Oje X)

Den Traum hatte ich zwischen Weckerklingeln und Aufwachen, in dieser leichten Schlafphase, wo wir oft und viel träumen und uns meist auch gut daran erinnern können.

Der Traum war ganz kurz, nur eine Szene. Voll mit Emotionen, die ich sofort erkannte als das, was mir immer wieder durch den Leib fährt, wenn ich z.B. Nachrichten gucke oder auch nur so über die Auswirkungen unserer Zivilisation nachdenke.

In dem Traum lag ein männliches Kind am Boden, ein Kind an der Schwelle zum Jugendlichen. Zusammengekrümmt. Um den Jungen herum standen Soldaten mit Waffen, sehr modern, mit diesen runden Helmen, wie die halt so aussehen. Sie waren mächtig und gewalttätig, und er war ohnmächtig, ihnen ausgeliefert, er litt.
Mein Impuls war, den Jungen zu retten. Es war mein Traum, da kann ich sowas machen. Ich holte ihn weg.
Aber ich war darüber nicht froh, es war nichts besser. Es war klar, dass die Soldaten und andere Soldaten diesen Jungen wieder einfangen werden, und auch andere Menschen. Ich hatte den Jungen aus dieser einen schlimmen Situation gerettet, aber nichts war wirklich anders dadurch. Ich war nicht froh.

Dann hab ich was anderes gemacht, etwas, worüber ich in dem I Ging Buch gelesen habe, von dem ich zur Zeit so viel erzähle. Das, was ich da lerne, ist jetzt bis in meine Träume gesickert; ich finde das gut.
Denn:
Ich hab mich nicht der Traurigkeit und Angst ergeben, die ich immer noch spürte, weil ich nicht wirklich hatte helfen können, sondern ich hab etwas Neues versucht. Ich hab mich an die Soldaten gewandt, das heißt, an etwas in ihnen, das erreichbar ist für solche Anliegen. An „den Weisen, der jedem von uns zur Seite steht“ – so sinngemäß steht es in dem Buch. An die Instanz, die uns zur Heilung verhilft (ich glaub, ich würde das Inneres Wesen nennen), die mit der Quelle / dem Kosmos in Verbindung ist. Ich habe mich an die Soldaten gewandt und NEIN zu ihrem grausamen, unheilsamen Handeln gesagt. (So wirds im Buch empfohlen 🙂 )
Achja, und dann hab ich, auch nach Anleitung, die Helfer der Transformation gebeten, uns allen zu helfen, heiler zu werden.

Jaja, das liest sich grässlich esoschwebbsich. Aber:

Dann ging es mir sofort besser und der Traum war vorbei.

Mir ging es auf eine so tiefe, im Leib gespürte Weise besser, dass mich das immer noch froh macht, wenn ich mich daran erinnere. Weswegen ich das jetzt auch aufgeschrieben habe, ums weiter zu geben.

Jo. Wollt ich erzählen.