Zorn

4. Mai ~ Dankesammlung

Ajoo… heute wirds nicht ganz so einfach, denn ich habe heute einige Dinge, die ich mir vorgenommen hatte, nicht gemacht. Sowas drückt mir auf die Laune.
Ich glaub, ich bin in alte Muster reingerutscht – Trägheit, Zorn -, und ich habe den Verdacht, dass das auch damit zusammenhängt, dass ich mich heute zeitweise über das Geldwesen erbost und dann gegruselt habe (vgl. vorheriger Beitrag). Ich finde, dass solche Themen sehr toxisch sind und ich sie mit größter VorSicht und RückSicht behandeln muss.
Das heißt nicht, dass ich alles Unangenehme und Gruselige in der Welt nicht mehr ansehen will. Das wäre sehr ungesunder Selbstbetrug. Es ist wichtig zur Heilung, Schatten wahr zu nehmen, die ganz großen im ‚Außen‘ genauso wie die kleinen (und großen) in mir selbst. Licht dran lassen und hinsehen und durch die Angst davor hin zu den Gefühlen, die dahinter liegen und gefühlt werden müssen, damit sie mich nicht quälen und lähmen. Alles, zu dem ich nicht durchkomme, wirkt subtil weiter und macht mich anfällig für Energieverlust.
Eya. Kann nicht sagen, dass diese Erfahrung heute mich freut… Immerhin bin ich wirklich dankbar für die Erkenntnisse. Die sind bestimmt noch lange nicht die letzte Weisheit ~ sie sind Wegweiser, und ich habe das Gefühl, dass sie mich wieder bisschen meinen Weg entlang zur Mitte führen. Wenn ich ihnen folge. =)
Oke, also dafür danke.

Außerdem freue ich mich schon seit einiger Zeit über den Frühling, der macht, dass ich in der Stadt endlich wieder was zu gucken habe.

Im Herbst letzten Jahres hab ich angefangen, in der Stadt nicht mehr auf Schaufenster, Plakate und Leute zu gucken, sondern auf den Himmel, auf Tiere (hauptsächlich Vögel) und auf alles, was wächst. Und da mag ich am liebsten die kleinen wilden Flecken Gras und Blumen, die aus Ritzen und um Bäume rum wuchern.

Ich hab grad den Artikel gefunden (nee, ihr müsste den jetzt nicht lesen, ich linke den für mich, das ist ja hier auch ein bisschen mein Tagebuch). Also, es steht vorher viel in den Artikel, das zu meiner Erfahrung und Erkenntnis heute passt. Bestätigt meinen Eindruck, dass ich heute wieder ein kleines bisschen tiefer gekommen bin. Letztes Jahr hab ich die Angst noch weggegschickt, jetzt will ich durch, klar sehen, fühlen, was zu fühlen ist und auf der anderen Seite befreit und heil wieder raus.

Ja, doch. Danke. =) ❤

 

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ARRGH!

oder
MARS II

 

Diese Axt ist von einem kölner Flohmarkt, und es ist eine Sonne darauf und der Name SHIVA

Seit gestern geht Mars also wieder vorwärts, und ich habe den Eindruck, dass damit auch bei vielen von uns das Aggressionslevel angestiegen ist. Viele Leute sind gereizt*.
Ich war gestern in der Schule mehrfach extrem genervt, auf Twitter hat mich auch einiges erbost (Ich hab die Twitter Seite jetzt einfach zugemacht. Ja guck, das GEHT!) und mein Gefährte erzählte Gleiches von seiner Arbeit, sowohl bei ihm als auch bei KollegInnen.

Das hat bestimmt auch mit dem schwülen, anstrengenden Wetter zu tun – und dann könnte ich wieder argumentieren, dass das feuchtwarme Wetter wunderbar zum feurigen Mars im Wasserzeichen Skorpion passt.

Wie dem auch immer sei —

Was mir auch aufgefallen ist, bei mir persönlich, beim Gefährten, bei andern Leuten im wirklichen Leben und beim Lesen diverser Beiträge von euch:

Es werden Grenzen gezogen. Berechtigte Verärgerung und Genervtheit entlädt sich – nicht hilflos strampelnd oder unangemessen heftig, sondern es werden klare, angemessene, heilsame Grenzen gezogen.
So wie es die Gerechtigkeit im Colman Smith Tarot zeigt.
Sie schneidet ab, was zu viel ist, was unpassend ist.
Nicht mehr und nicht weniger. Diese Gerechtigkeit hat die Augen nicht verbunden. Sie sieht klar.

Gut!

Mein Lieblingsastrologe, Robert Wilkinson, der, der noch längere Riemen als ich schreibt, hat zum derzeitigen Mars einen nicht ganz so langen Artikel verfasst, den ich allen mit Englischkenntnissen ans Herz lege:

Mars Stationary Direct at 24 Scorpio Affecting Us Through 2018 Pt. 1

Für diejenigen, die das nicht lesen wollen oder können hier etwas daraus zusammengefasst bzw. stümperhaft übersetzt. Nehmt es nicht zu wörtlich, sondern schaut, was bei euch andockt oder was vielleicht nur einzelne Worte bei euch auslösen:

Die retrograde Mars Zeit ab Mitte April (17. 4.) war eine Zeit nachlassenden Momentums (Schwungs). Die Art und Weise wie wir bestimmte Dinge tun, wurde auseinandergenommen/dekonstruiert.
Es war eine Zeit des Trainings, der Vorbereitung, des Pflegens
als Auftakt für zukünftige Konstruktionen/Muster.
Das Ganze war ein bisschen eine Zeitlupenzeit. Das wird jetzt anders!

Als Mars im späten März so richtig langsam wurde
haben wir etwas auseinandergenommen/abgeschafft oder noch mal gemacht.
Oder wir mussten warten, dass etwas erledigt/getan ist,
damit wir wiederaufnehmen können, was wir aufschieben mussten.

Nach Monaten des Vorbereitens, Planens und Wartens sind wir nun auf einer Rampe,
von der aus neue Aktivitäten und Projekte vorwärts springen.

Wir bewegen uns jetzt auf eindeutige, klar definierte Weise vorwärts.

Wir sind im Februar in Schütze-Skorpion Energie eingetaucht und haben Mitte April (ca. 17. 4.) eine Schwelle erreicht.

Seit dem haben wir neue Techniken erworben um zu lehren und um Fähigkeiten zu lernen, die nicht unbedingt ’natürlich‘ sind, aber für das Leben in der Gesellschaft benötigt werden.
Wir sahen deutlicher, was wir meistern müssen, um zum nächsten Level aufzusteigen (was immer das bedeutet) und mussten während dieses Wachstumsprozesses mutig unserer innere Führung vertrauen / ihr Ehre erweisen.

Weitere Stichworte: Neue Perspektiven auf zukünftige Möglichkeiten – neue Freiheit auf emotionaler und sozialer Ebene – aufflackernde Einblicke in Potenziale – Überarbeitung unserer Anziehungskraft, unseres Begehrens, unserer Art und Weise, Ressourcen und Werte zu teilen – wir stehen an einem Übergang -> frühere Lehren anwenden für zukünftiges, alltägliches Leben. „It’s transformation time!“ Es ist TransformationsZeit!

Wer sich tiefer damit beschäftigen möchte, sollte die genaueren Daten mit Ereignissen/Projekten/Erlebnissen/Plänen im eigenen Leben vergleichen.

Ich hab da bei mir einiges gefunden, u.A. begeisternder Input in der Schule, das Vetchdeck (MA OK), und – da wurde, so wie jetzt auch grad wieder, mein Geburts-Mars mit einem Quadrat getriggert – hilflose Wutanfälle, aus denen schließlich mein Entschluss erwuchs, hier drastisch Müll zu reduzieren.

Denen, die keinen Bock haben, jetzt Daten und Ereignisse und was alles noch zu vergleichen – gosh, da kannste dich verlieren und verwuseln! -, denen sag ich mal wieder:
Es soll tatsächlich Leute geben, die ganz ohne Astrologie ein erfülltes Leben führen.
Für mich ist das grad sehr interessant und inspirierend, und weil es vielleicht ein paar anderen auch was gibt, darum schreib ich davon. Nur eine von vielen Landkarten, nur einer von vielen Realitätstunneln.

Und weil ich ein Foto für den Blogbeitrag brauchte, hab ich doch tatsächlich meine Axt wiedergefunden!


*
Busfahrer: „Nächste Haltestelle Mönchshofstraße.“
Der ganze Bus:FRESSE DA VORNE!
GeeREIZT! – Super Sketch von Badesalz.

schwere See und tiefe Zeit

… Brainstorm vor dem Vollmond…

Die letzte Woche war und ist hier wieder schwere See, innen und außen. Innerlich und privat wird es seit zwei Tagen besser, dafür grad im ‚Außen‘, zusätzlich zum alltäglichen Entsetzen, was frisches Großes zum Beschäftigen, Angst haben und unendlich traurig sein. Darüber ist in den Nachrichten genug, ich kanns mir hier sparen.

Mein Gefährte und ich haben uns am Wochenende so dermaßen gestritten – die Anlässe so dämlich, dass ich sie nicht mal erklären könnte – dass ich entschlossen war, auszuziehen.
Dann Annäherung, Liebe, neue Wege, mein böser kalter Eisberg zum Schmelzen gebracht, viele viele Tränen. Ich laufe zur Zeit oft über. Schwere See.
Ich habe das Gefühl, wir kommen Schicht um Schicht um Schicht weiter und tiefer richtung Mitte. Alte Krusten lockern sich, durch erste Risse fällt Licht und blendet meine Dämonen – das mögen die nicht.

Bei mir geht jetzt langsam der Chiron-Return los, auf den Susanne von Godharma-Blog mich im Rahmen einer Beratung aufmerksam machte.1

Mein Geburts-Chiron steht in den Fischen und auf der Suche nach mehr Information dazu habe ich im Netz einen Text von Mai 2010 gefunden, durch den mir ein paar Dinge klarer geworden sind. Im Hinblick auf mein inneres Erleben und ebenso im Hinblick auf das, was uns alle hier&jetzt auf der Erde betrifft:

Eintritt von Chiron ins Fische-Zeichen –

Die Umwelt ist ein weiteres Thema, das uns mit Chiron im Fische-Zeichen besonders beschäftigen dürfte. Aufgrund der Zweigesichtigkeit Chirons  – einerseits Zerstörung, andererseits Heilung – ist es leider nicht auszuschliessen, dass Naturkatastrophen an Anzahl und Intensität zunehmen werden. Chiron in Fische kann eben auch die Verwundung der Natur bedeuten. Genau dies ereignete sich am Tag des Ingresses von Chiron in das Fische-Zeichen am 20 April 2010. Es war der Tag, an dem die Bohrinsel “Deepwater Horizon“ explodierte und 2 Tage später im Meer versank. Seitdem tritt das Rohöl in 1500 Meter Meerestiefe ungehindert in den Golf von Mexiko und sorgt dort für eine der grössten Ölkatastrophen in der Geschichte.

Achjaaa – da war was gewesen. Fast ein Jahr vor dem 11. März 2011, als die Fukushima-Katastrophe geschah.
Ölpest, Plastikmassen, Radioaktivität, mei, dann kann man ja bald gar keinen Fisch mehr essen! Schlimm, schlimm.
Aber viel schlimmer sind diese ganzen Ausländer, die hier ins Land strömen, alles islamische Terroristen-

Sorry, ich dreh wieder auf. Wer dem Link oben gefolgt ist, findet dort auch diesen Satz: „Häufig fühlen wir uns in dem Bereich, in dem Chiron in unserem Geburtshoroskop steht, ohnmächtig und dem Geschehen hilflos ausgeliefert. Daraus kann eine unglaubliche, alles ergreifende Wut entstehen.“

Wut? Moi?!?

Aber darum solls diesmal nicht gehen… Nicht schon wieder. Das geb ich morgen ins Transformationsnetz. Jetzt will ich üben und weitergehen.

Ich hab nämlich noch eine andere Seite zum Chiron Return gefunden, die ich sehr faszinierend finde, und gleichzeitig dazu habe ich begonnen ein Buch zu lesen: „Falling Upward“ von Richard Rohr.

Als mein Gefährte und ich, wund und weich, vorgestern am Esstisch saßen und endlich wieder aus unseren Herzen miteinander sprachen, da fielen ihm zwei Bücher ein, die er vor paar Jahren mal bestellt hat. Von einem amerikanischen Franziskaner Mönch und Priester, Richard Rohr. Er hat diese Bücher entdeckt, als er nach „Sufismus“ suchte – seltsame Wege des Internets – und erinnerte sich jetzt wieder daran, weil Rohr in „Falling Upwards“ vom treuen Soldaten erzählt, den wir zu Beginn unserer zweiten Lebenshälfte entlassen müssen.
Er erzählt da (und ich erzähls jetzt in meinen Worten aus dem Gedächtnis nach), dass nach dem zweiten Weltkrieg manche Gemeinschaften in Japan ihre heimgekehrten Soldaten in einer langen Zeremonie geehrt haben, ihnen gedankt und alles, und dann sei einer der Alten aufgestanden und habe gesagt „Der Krieg ist jetzt vorbei. Leg deine Uniform ab und deine Waffen, und sei wieder Mensch, sei wieder Teil unserer Gemeinschaft.“

Und mein Gefährte und ich, wir haben in diesem treuen Soldaten unsere Dämonen erkannt (so weit wir sie schon kennen), diese Verhaltensmuster und Autopiloten, die uns zu bestimmten Zeiten unserer Jugend bewahrt haben vor Auslöschung, Vernichtung – und dass wir sie jetzt nicht mehr brauchen. Ich habe z.B. einen sehr starken Stolz-Soldaten der all die Jahre mein ach so wackliges Ego beschützt hat. Ich hab ihm gestern gesagt, dass ich ihm danke, und dass der Krieg jetzt vorbei ist. Dann musste ich erst mal weinen.

In dem Buch „Falling Upward“ kommt auch ein wunderbarer Begriff vor: deep time – tiefe Zeit.
Rohr meint damit die Zeit, die größer ist als die kleine Realität, in der unser Ego sich befindet. Menschen, die in Deep Time leben, wissen um die Vergangenheit und leben, indem sie die Zukunft auch für ihre Nachkommen im Blick haben. Rohr erwähnt dazu das Handeln im Interesse der nächsten sieben Generationen bei einem Indianderstamm, und dazu hab ich grad das gefunden, was das Konzept der Deep Time wunderbar erklärt:

ANI TSALAGIHI AYELI – Das Volk und die Nation der Cherokee | Arbeitskreis Indianer Nordamerikas

“Die cherokesische Vision der Erde, des Universums, der Vergangenheit und der Zukunft ist ein ewigwährender Kreis. Was heute wahr ist und was noch vor uns liegt ist Teil eines unendlichen verschmolzenen Bandes, an dem die Vergangenheit ebenso lebendig ist wie die Gegenwart. Heute haben wir den gebrochenen Kreis wieder geschlossen, nicht nur für uns und unsere Kinder, sondern für die nächsten sieben Generationen. Dies entspricht unserem Sinn für eine immerwährende Gemeinschaft“.

Tiefe Zeit.

Ich finde, das ist genau das, was ich mit Wirklichkeit meine – im Gegensatz zur Realität. (Im HEXIKON werd ich beide Begriffe diesbezüglich noch erweitern.) Deep Time ist sozusagen das Große Hier&Jetzt. The Long Now.

Faszinierenderweise ist auf der oben kurz erwähnten Seite zum Chiron Return auch die Rede von einem andern Zeitkonzept. Der Autor nennt das dort Chiros, und so wie ich das verstehe, meint er damit dasselbe, wie Rohr mit der Deep Time. Hier ist die Seite (englisch): http://www.zanestein.com/chironreturn.htm

Rohr ist absolut christlich und hat nichts mit Astrologie am Hut, und er sagt, er habe todkranke Kinder kennengelernt, die schon in der zweiten, weisen Lebenshälfte waren, und er kenne leider reichlich Leute in den 60ern und älter, die noch adoleszent seien. Diese „zweite Lebenshälfte“ hat also nicht zwingend mit unserem Alter zu tun. Und doch ist die Zeit des Übergangs in der Regel so zwischen 40 und 50, und Ende 40 haben wir alle unseren Chiron-Return, manche bisschen früher, andere später…

Ganz grob und platt gesagt: Chiron transformiert durch Leid, durch die Wunde, die wir selber nicht heilen können, an der wir nicht kratzen sollen. Chiron-Auslösungen sind oft Zeiten, da wir einfach nur aushalten müssen – einfach nur dasein, auch für andere vielleicht – während innen die Umwälzungen geschehen.

„Falling Upward“ („aufwärts fallen“) hat diesen Titel, weil Rohr darin erklärt, dass wir alle fallen müssen, um zur Reife zu gelangen. Und das greift nahtlos in das, was ich über die Logotherapie gelernt habe, nur eben von der anderen Seite. Frankl zeigt, dass wir auch in großem Leid durch SINN, durch Werte, durch ein FÜR ETWAS heil bleiben (oder werden) und Freude finden können. Und Rohr sagt, dass wir den SINN durch die Krise, durch den Kontrollverlust, durch Leid: durch den Fall erst finden.

Das passt auch zusammen zu meiner Erfahrung in den paar A-Gruppen (12-Schritte-Programm), die ich mal besucht habe. Die Kapitulation, den Ersten Schritt zu vollziehen, das Eingeständnis des völligen Scheiterns, das war wirklich der erste Schritt zu Heilung. Rohr erwähnt das auch – wie nicht! – in dem Vortrag zu „Falling Upward“, den ich unten verlinkt habe.

Das erinnert mich auch an einen Zettel, den ich mal an einer Kneipentür gesehen hab. Das war eben zu der Zeit, als ich die A-Gruppen besuchte, weil es mir wirklich wirklich richtig schlecht ging. Als ich den Zettel sah, musste ich so lachen, dass mir die Tränen kamen. Das war ein sehr schönes Gefühl, weil ich zu der Zeit sowieso so viel geweint habe. Das war endlich mal eine andere Sorte Tränen. Auf den Zettel stand:

 

When you fall
I’ll be there

~ Floor

 


 

Hier Mr. Rohr in Person zu eben dem Buch, das ich grad lese. Hammer: katholisch, Ami, hat ne Männerbewegung ins Leben gerufen, so einer enstsprach zu meinen hardcore feministischen Zeiten meinem absoluten Feindbild. Was er sagt, hätte mir damals schon sehr gefallen, aber ich hätte ihn mir halt nicht angehört.
Hehe, ja, wie Volker Pispers sagt: „Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tach Struktur.“
Und, wie Rohr eingangs erklärt: Solche Strukturen und Abgrenzungen sind gesund und wichtig für die adoleszente Person. Und dann geben wir sie auf, weil wir sie nicht mehr brauchen.

 

 


 

1 Achnee, wie ich das schreibe und nach der Site-Adresse zum Verlinken gucke, finde ich die aktuelle 2-Wochen-Astrovorschau zum Vollmond von ihr. Hm, erst anhören, oder erst den Artikel schreiben? Erst schreiben, sonst hab ich noch mehr Input zu sortieren…
(Inzwischen hab ichs mir angehört und bin sehr froh darüber 🙂 )

Was tun mit der Wut

„Mögest du in interessanten Zeiten leben!“
Chinesischer Fluch

Ich bin gebügelt von den Nachrichten, die mein Gefährte bei gmx vorfindet und mir weitererzählt, von brennenden Flüchtlingsheimen. Von dem Bus voller Flüchtlinge, der von verbrecherischen Volksverhetzern aufgehalten wurde, wo die Polizei zuschaut und schließlich verängstigte Kinder im Schwitzkasten rauszieht, und dann erzählt, die seien ja selber schuld, sie hätten sich gewehrt. (Wahrscheinlich haben Focus, Bild, Welt etc. aufregendere Artikel, hier was dazu von der ruhigeren FAZ. Reicht mir.)

Ich bin angewidert, ich bin den Tränen nahe, ich könnte kotzen, ich könnte Sachen durch die Wohnung schmeißen und schreien, ich könnte auf die Straße rennen und dem nächsten armen Typen, der auch nur vage aussieht wie Söder oder Seehofer eins in die Fresse haun-
Ich will das nicht. Ich kenne diese hilflose, verzweifelte Wut von früher. Ich will das nicht mehr.
Mein Gefährte und ich, wir versuchen, uns zu beruhigen. Wir versuchen, uns nicht selber zu hassen, weil es uns so gut geht. Wir leben im Überfluss und haben sogar von den allerrechtesten Geistesgestörten nichts zu fürchten, weil wir beide blaue Augen haben und besser deutsch können als die meisten unserer stolzdeutschen MitbürgerInnen. Ich will mich deswegen nicht schuldig fühlen!

Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Ich will umweltfreundlich leben, ich will aus dem Konsumterror raus. Ich will den nicht um mich rum haben. Ich will auch keine wahnsinnigen, gewalttätigen, rechten Bürger-Terroristen um mich rum haben. Ich will nie mehr volksverhetzende Scheiße von irznwelchen AfD Leuten hören oder lesen.

Und ich will auch nicht so wütend werden, dass ich irnzwann mit der Axt um die Häuser renne und meinen Teil zur Gewaltspirale beitrage.
Niemandem ist geholfen, nichts ist besser geworden, wenn es mir schlecht geht oder wenn ich selber zur Brandstifterin werde, auch wenns – meiner Meinung nach – ‚die Richtigen‘ treffen würde.

Ich sag mir, das wird dieses Jahr noch viel schlimmer werden. Es war immer immer schlimm auf der Welt, so ca. seit 8000 Jahren. Nur, es kommt uns immer näher. Vordem war das halt früher oder woanders. Jetzt kommt es immer näher, die Ausbeutung, die ausgelebte Nazimentalität.

Ich bin sicher: Unsere interessanten Zeiten sind eine Zeit der Entscheidung. Wir müssen uns offen bekennen, wir müssen konsequent handeln. Wir müssen uns für eine Seite entscheiden.

Und das erst mal so Verwirrende dabei: Es stellt sich nicht die Frage nach ‚links‘ oder ‚rechts‘. Es stellt sich die Frage, mit welchen Mitteln wir kämpfen wollen, und an welcher Front.

Denn die Mittel heiligen den Zweck.

Und das bedeutet für mich: Klar geh ich auf ne Demo, wenn es sich fügt. Klar unterzeichne ich Petitionen und spende kleine Beträge für wichtige Zwecke, wenn Avaaz, Campact, SumOfUs, Walkfree, We Move, Sea Shepherd etc. darum bitten. Klar verteilen wir Anti-TTIP-Türanhänger in der Nachbarschaft.

Und vor allem gebe ich meinen hilflosen Zorn ab. Ich will den nicht. Ich gebe meinen Zorn und meine Wut der Erde, KALI, TARA ~ sie weiß, was damit zu tun ist. Das ist nicht meine Entscheidung, ich habe kein Recht auf Vergeltung, Sühne, Gerechtigkeit. Das liegt nicht in meiner Hand. Ich hab mit mir selber genug zu tun: Heil sein, in meine Mitte finden. Nur wenn ich dort bin, kann ich heilsam wirken, und das maße ich mir ja an: Ich will heilsam wirken.

Wie das geht, das muss ich lernen. Üben. Ausüben. Das ist jetzt gefragt, wir alle sind gefragt. Und ich vertraue darauf, dass die Menschen Frieden wollen und heilsames Sein verwirklichen. Ich hoffe nicht, und ich warte nicht – ich VERTRAUE darauf, weil ich sehe, dass viele andere Menschen so fühlen, sich entscheiden, dementsprechend handeln. Hier wächst z.B. etwas auf dem Boden von Foodsharing: YUNITY

Es gibt viele Menschen, von denen ich lernen kann – und ich will mich vernetzen. Ein Schritt nach dem anderen.
„Nach innen spirituell, nach außen politisch“ hat Heide Göttner-Abendroth gesagt.

 
edit:
Das ist ja nicht das erste Mal, dass mich dieses Thema umtreibt. Ein schönes Zitat dazu, das mir grad gut tut, findet sich hier: Jenseits von Bekämpfen oder Mitmachen.

Reibung

Manchmal gerate ich ins Predigen. Das passiert z.B. wenn ich jemand anders etwas rate, das ich auch selber sehr zu beachten habe.
Das hier hab ich für Leute geschrieben, die sich in Online-Foren rumärgern.

Reibung nährt ungute Egofilme.
Schlicht gesagt: Reibung ist eine der Hauptnahrungsquellen für Monster.
Zusätzlich erzeugt Reibung (immer?) Angst, die auch eine Hauptnahrungsquelle von Monstern ist.

Nun sind Reibung und Angst an sich nicht schlecht.
Sie sind Bestandteile des Ego-Abenteuers hier auf Erden.
Im Übermaß sind sie ungesund und deuten auf Suchtverhalten.

Prüfe, wenn du dabei bist, zu reiben, ob es wirklich sein muss.
Ob es die Sache wirklich wert ist. Manchmal ist das der Fall.
Und sehr oft wird nur gerieben um der Reibung willen.
Ob das so ist, kannst du nur für dich alleine feststellen.
Wenn du ungute Reibung erkennst, halte dich fern davon.
Halte. Dich. Fern.

Das erscheint uns oft wie eine unlösbare Aufgabe.
Wir meinen, dass wir uns nicht raushalten können, und /oder, dass die Reibung uns verfolgt.
Wenn das der Fall ist, ist vielleicht ein Gespräch mit einer neutralen Person angebracht, um die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen.
Da wo ständig Reibung ist, muss Licht hin. Licht vertreibt Monster.


„Das Chaos ist die Liebe der Andersdenkenden“

Ich bin nicht ganz sicher, was der Satz bedeutet. Immerhin kommen wichtige, schöne Dinge darin vor: Chaos, Liebe und Andersdenken. Das will ich gerne in meinem Herzen verknüpfen, dann reg ich mich nicht mehr so AUF, wenn jemand im Internet UNRECHT hat. grins

Aggression

Ich bin unzufrieden mit der Aggression, die manchmal in mir hochkocht.

Aggression kommt aus dem Lateinischen: aggessio bedeutet ‚ich greife an‘, aber auch einfach: ‚ich gehe auf etwas zu‘.
Vielleicht hilft es, mit dem Gedanken zu spielen, dass Aggression nicht unbedingt Kampf bedeuten muss, sondern auch mutig, aktiv etwas angreifen (im Sinne von herangehen, anfangen, machen) bedeuten kann.

Solange ich noch nicht so erleuchtet bin, dass alles Negative in meiner Riesenleuchteaura auf nen halben Kilometer Entfernung verschrumpelt oder zu Licht und Liebe wird, mei, solange werde ich Grenzen ziehen.
Immer wieder.
Aber meine Erfahrung ist, dass ich das nur selten aus reinem Herzen tu. Wenn das passiert, dann ist Schicht und alles gut.
Aber oft zieh ich Grenzen (und finde, ich habe RECHT) und zahle dann einen Preis dafür, der mich ahnen lässt, dass ich da noch nicht… hm, auf der Mitte meines Weges gewandelt bin.

Ich bin in der letzten Woche gleich zweimal mit, heh, Angehörigen aus der Punkszene aneinandergerasselt. Und das MIR! Ich hab Punk ERFUNDEN! Unerzogenes, respektloses Gesocks! HAH!

hust

Warum ich das erwähne: ich las passend dazu in nem neugekauften Buch, dass es sein kann, wenn wir gewisse Emotionen nicht mehr haben wollen, und uns bewusst und intellektuell darum bemühen und uns zusammen reißen, das aber in Wirklichkeit noch nicht aufgelöst ist, noch nicht geheilt, dass die dann u.U. ‚von außen‘ auf uns kommen.

Darüber denke ich grad viel nach; wobei denken mir nicht die Lösung bringen wird. Ich habe hier auch keine Lösung anzubieten; ich kann nur sagen, was ich grad übe:
spüren wo’s wehtut/hakt/brennt
meine Mitte zu spüren
mal NICHT überdenken, sondern in die Stille werfen, bis was aufsteigt
mich NICHT bemühen, sondern viel mehr versuchen, im Alltag einfach zu SEIN, aufzunehmen, was in der Wirklichkeit los ist .

Work in Progress.